Bochum

Warum der Protest gegen die Öffnung der Rewe-Supermärkte an Heiligabend völlig absurd ist

Kritisieren die Öffnung des Rewe-Markts Kaeseler in Bochum: Joachim Wedding (re.) und Friedrich-Wilhelm Lerch von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung.
Kritisieren die Öffnung des Rewe-Markts Kaeseler in Bochum: Joachim Wedding (re.) und Friedrich-Wilhelm Lerch von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung.
Foto: Foto: Ingo Otto & FUNKE Fotoservices
  • Einige Rewe-Supermärkte öffnen an Heiligabend
  • Dagegen regt sich Widerstand
  • Dabei ist die Öffnung doch eine Win-win-Situation. Ein Kommentar

Bochum. Ja, die Rewe-Märkte öffnen. Am Heiligen Abend. Wenn man so will: am Heiligen Tag. Denn um 14 Uhr ist der Einkaufsspaß auch schon wieder vorbei. Eigentlich ist das nicht ungewöhnlich.

Aber in diesem Jahr fällt Heiligabend auf den vierten Advent - und damit auf einen Sonntag. Deswegen hat sich u.a. Protest von Seiten kirchlicher Arbeitnehmervertreter geregt. Wegen der Öffnung der Supermärkte an einem Sonntag sehen sie die „Errungenschaften unserer Vorfahren zum arbeitsfreien Sonntag und erst recht an einem Tag wie Heiligabend“ gefährdet und die Mitarbeiter ausgebeutet.

Lasst sie doch arbeiten

Doch bei aller Liebe: Warum eigentlich? Es ist ja nicht so, als hätten die Inhaber ihre Angestellten zur Arbeit gezwungen. Ganz im Gegenteil: Die Mitarbeiter reißen sich um die Schicht, weil die Kohle (teilweise 150 Euro für fünf Arbeitsstunden) stimmt.

In einigen Filialen musste sogar das Los darüber entscheiden, wer arbeiten darf. Mit der Bonusschicht haben die Mitarbeiter die Chance auf ein zusätzliches Weihnachtsgeld und können die Geschenke für ihre Lieben finanzieren.

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Wie oft hängt der Weihnachtsfriede an einem Becher Schmand?

Auch in den sozialen Medien ist die Debatte darüber entbrannt, ob ein Einkauf an Heiligabend wirklich sein müsse. Man könne doch schließlich vorher mit Sinn und Verstand für die Feiertage einkaufen.

Polizeiarbeit, Krankenpflege und öffentlicher Nahverkehr - das seien Jobs, die auch an Feiertagen geleistet werden müssen. Jeder andere solle gefälligst frei haben.

Aber wie bereits erwähnt: Die Rewe-Angstellten arbeiten freiwillig. Und die Märkte würden sicher nicht öffnen, wenn es keinen Bedarf gäbe. Denn wie oft hängt der familiäre Weihnachtsfriede an einem Becher Schmand?

Die Kirche im Dorf lassen

Außerdem scheint bei der gesamten Debatte in Vergessenheit zu geraten, dass jeder Angestellte für seine Schicht an Heiligabend selbstverständlich auch einen Freizeitausgleich bekommt.

Am Mittag ist dann Feierabend für alle. Dann werden die Rewe-Mitarbeiter zusammen mit der Familie Weihnachten feiern, mit einer vernünftigen Bonuszahlung in der Tasche und dem Ausblick auf einen freien Tag in naher Zukunft.

Wenn sich dann zusätzlich alle, die an Heiligabend um 13 Uhr noch unbedingt eine Tiefkühlpizza brauchen, freuen können, dann ist das doch auch okay. Ist schließlich bald Weihnachten: das Fest der Liebe.

 
 

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