Wahlkampf im Plauderton

Michael Weeke

In Plauderlaune gab sich SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel am Montagabend im Bermuda-Dreieck. Auf der Bühne am Konrad-Adenauer-Platz ließ sich der Niedersachse auf ein launiges Sommergespräch ein. „Wahlkampf light“ mit Weizenbier und Dönekes. Die SPD sucht wieder die Nähe zu den Menschen – das ist die Botschaft dieses Abends. „Wir gehen dahin, wo die Menschen sind“, kündigte der junge Bochumer SPD-Vorsitzende Thomas Eiskirch die Veranstaltung an.

Auf einem selbstverständlich roten Sofa ging Gabriel sie schließlich durch, die Themen, mit denen gepunktet werden soll. Die Versorgung mit Kinderbetreuungsplätzen, der Mindestlohn, die Ungleichheit in der Bezahlung von Männern und Frauen und natürlich die Situation in der Altenpflege. „Wie wird mit Kindern, wie wird in unserer Gesellschaft mit alten Menschen umgegangen?“, fragte Gabriel. Und getreu dem neuen Konzept unterfütterte er seine Kommentare mit Eindrücken aus der eigenen Familie ( „Ja, meine Mutter ist im Pflegeheim“).

Allein das hätte ihm unter den übrigens überwiegend der SPD zuzuordnenden Zuhörern und Zuhörerinnen kaum Punkte eingebracht. Zu überzeugen wusste er jedoch – und da zeigte er, dass er tatsächlich noch so etwas wie Bodenhaftung hat – , wenn er seine eigene privilegierte Position beschrieb. „Ja, ich fahre mit einem Audi A 8, der gehört der SPD.“

Schließlich blieben im ziemlich engen Gang vor der Bühne doch noch eltiche Menschen stehen, die eigentlich nur ein Bierchen in lauer Sommerluft genießen wollten und nicht zur eingeladenen Runde gehörten. Natürlich ging es an diesem Abend im neuen Veranstaltungsformat auch um die lokalen Themen.

Da schaltete sich dann der Bochumer SPD-Abgeordnete Axel Schäfer, der mit Gabriel auf dem Sofa saß, ein: Beispiel, die hoffnungslose Lage für die Opelaner: „Wir müssen durch die Praxis zeigen, dass wir zu Opel stehen.“ Da wolle sich die SPD positionieren.