VRR erhöht die Preise - dem Semesterticket droht das Aus

Mit der Bahn zur Uni: Für viele Studenten in NRW ist das Alltag. Doch ums Semesterticket gibt es Knatsch. Der VRR will die Preise erhöhen, Studentenvertreter laufen dagegen Sturm.
Mit der Bahn zur Uni: Für viele Studenten in NRW ist das Alltag. Doch ums Semesterticket gibt es Knatsch. Der VRR will die Preise erhöhen, Studentenvertreter laufen dagegen Sturm.
Foto: Ralf Rottmann/WAZ FotoPool
Der VRR hat den Vertrag mit dem Asta der Ruhr-Universität gekündigt. Der Grund sind geplante Preiserhöhungen. Aktuell kostet das Semesterticket 18,36 Euro. Ab dem Sommersemester 2015 wird es 19,06 Euro kosten. Um zwei Euro soll der Preis zum folgenden Wintersemester steigen. Dagegen wehren sich die Studierenden.

Bochum. Aussteigen und da sein. Schneller, entspannter und pünktlicher als mit der U35 zur Ruhr-Universität und zu Vorlesungen oder Seminaren anzureisen geht es kaum. Sie bringt im Sechs-Minuten-Takt die Studierenden. Sie wird das auch in Zukunft tun. Fraglich ist indes, ob die Studierenden demnächst so wenig dafür zahlen wie bisher.

Im Juni nächsten Jahres könnte zu einer Abstimmung unter den Studierenden kommen, ob es weiterhin das Semesterticket geben soll. Es ist nicht gänzlich ausgeschlossen, dass sie sich dann dagegen aussprechen.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat zum Wintersemester 2015/2016 das Semesterticket gekündigt. Ein formaler Vorgang sei das gewesen, um – und da beginnt das Problem –, die Preise für das Semesterticket erhöhen zu können. Aktuell kostet das Semesterticket 18,36 Euro. Ab dem Sommersemester 2015 wird es 19,06 Euro kosten. Um zwei Euro soll der Preis zum folgenden Wintersemester steigen. Danach folgen, so geht es aus einer Pressemitteilung des VRR hervor, „vier kleinere jährliche Anhebungen in den folgenden Jahren um jeweils 0,45 Euro“, sowie eine jährliche Preisanpassung von etwas um die 0,70 Euro. Wobei die allgemeine prozentuale Preisanpassung vor der Steigerung um die jeweils 0,45 Cent stattfinden wird, wie ein VRR-Sprecher betonte.

Eine Steigerung um fast 50 Prozent

„Damit wären wir im Jahr 2020 bei einem Preis von fast 26 Euro“, sagt Sven Heintze, Finanzreferent des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta). „Das ist eine Steigerung um fast 50 Prozent in vier Jahren. Wir lehnen jede zusätzliche Preissteigerung beim Semesterticket ab. Wir sehen in der Preissteigerung einen Angriff auf die soziale Situation der Studierenden. Das Semesterticket als Teil des Sozialbeitrages ist eine notwendige Zwangsabgabe nach dem Solidarprinzip, die ein Hochschulstudium für die meisten erst möglich macht. Wir vertreten die Rechte unserer Mitglieder. Deshalb geht es darum, so viel wie möglich zu erreichen. Also möglichst einen neuen Vertrag mit dem VRR, bei dem wir bei den Aspekten der Zusatznutzung des Semestertickets genau hinsehen. Das Angebot, dass der VRR uns bislang gemacht hat, ist noch nicht das, was unsere Zustimmung findet.“

Ende September 2015 läuft der Vertrag aus. Ein neuer Vertrag müsste bis dahin unterschrieben werden. Diesem würde der Asta, so sagt es Heintze, „aber nur zustimmen, wenn wir vollständig mit ihm einverstanden sind“.

 
 

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