Vornamen Marie und Noah sind in Bochum am beliebtesten

Adele ist ein beliebter Name geworden, hier an der Garderobe des Diakonie-Kindergartens an der Wasserstraße.
Adele ist ein beliebter Name geworden, hier an der Garderobe des Diakonie-Kindergartens an der Wasserstraße.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Die Vornamen Marie und Noah sind die beliebesten Vornamen des vergangenen Jahres in Bochum. Direkt dahinter: Sophie, Sophia, Paul und Ben.

Bochum. Keine anderen Namen waren bei werdenden Eltern aus Bochum im vergangenen Jahr so beliebt wie Marie und Noah. „Marie“ landete schon in den Jahren davor weit oder sogar ganz oben auf der örtlichen Hitliste der Vornamen. Nun wurde „Marie“ erneut Spitzenreiter. 36 Mal entschieden sich Eltern im Vorjahr für diesen Namen. „Das läuft immer gut“, sagt der Standesbeamte Torsten Haunert über diesen Namen, der schon im 19. Jahrhundert sehr gefragt war.

„Noah“ hingegen schoss im vorigen Jahr sozusagen aus der Tiefe des Raumes, von Platz 13 aus, an die Spitze. Der hebräische Name bedeutet in etwa „der Ruhebringer“. 23 Babys bekamen in 2015 diesen Namen. Auf Platz zwei und drei folgen Paul und Ben. Bei den Mädchen waren es Sophie und Sophia. Diesen Namen gibt es auch mit „f“. Er kam mit neun Nennungen auf Platz 18.

Insgesamt gibt es schon seit einigen Jahren einen Trend hin zu althergebrachten Namen. Das bestätigt auch Panagiota Patsia, die Leiterin des integrativen Kindergartens der Diakonie an der Wasserstraße in Weitmar (57 Kinder, davon 24 mit besonderem Förderbedarf). Als Beispiele nennt sie Vornamen wie Heinrich, Anne, Otto, Emma, Paul, Hans, Elsa, Elias, Luisa oder Julius. An der Garderobenleiste der Kinder in ihrem Hause taucht auch der Name „Adele“ auf. Im Kommen seien auch eher nordische Vornamen wie Jenke, Mats oder Mika.

Auch Luke und Leia tauchten auf

Ständig präsent seien zeitlose, eher traditionelle mitteleuropäische Namen wie Florian, Jonas und Dominik. „Florian ist ein Dauerbrenner. Den hatte man vor 30 Jahren – und auch heute noch“, sagt die Kindergartenleiterin. Und es gibt dort immer wieder Namen, die auch überall in der Welt gern gewählt werden: Alexander und Lukas zum Beispiel.

Hingegen wählt heute noch kaum jemand den Namen Kevin, der in den 90er Jahren enorm gefragt war. Auch „Chantal“, vor rund zehn Jahren ein häufiger Name, taucht kaum noch auf.

Zu den sehr ausgefallenen Vornamen gehörten im vergangenen Jahr die Vornamen Luke und Leia für ein Bochumer Zwillingspaar. Diese Namen wurden unter anderem durch die erfolgreiche Serie „Star Wars“ weltweit bekannt.

Keine Streitfälle um Namen

Spektakuläre Streitfälle um die Namenswahl hatte das Standesamt im vorigen Jahr nicht. Das war schon mal anders: 2008 wollte ein Elternpaar ihr Kind „Shooter Manhattan“ nennen. Nach einer Ablehnung des Standesamtes legten die Eltern sogar Rechtsmittel ein. Am Ende nannten sie ihr Kind aber anders.

1258 Kinder, die im vorigen Jahr beim Bochumer Standesamt gemeldet wurden, bekamen nur einen Vornamen, 652 Kinder zwei Vornamen, 45 drei Vornamen und zwei sogar mehr als drei Vornamen.


Ungewöhnliche Namensgebungen lauteten in den vergangenen Jahren in Bochum zum Beispiel Angelina Jolie, Annabel-la Luna Claire, Tiffany Christal, John Wayne, Dean James oder Kurt Felix.

 
 

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