Vorlesung findet in der Ahl-ul-Bayt Moschee statt

Neue Wege geht die Hochschule für Gesundheit (HSG). Für Studierende des zweiten Semesters des Studiengangs ‚Gesundheit und Diversity‘ fand jetzt zum ersten Mal eine Vorlesung in der Ahl-ul-Bayt Moschee in Bochum statt.

Dr. Christiane Falge, Professorin für Gesundheit und Diversity im Department of Community Health, hält die Vorlesung. Sie hatte mit den Studierenden im ersten Semester eine Exkursion in die Moschee durchgeführt, um einen Perspektivwechsel herbeizuführen und bestehende Vorurteile gegen den Islam abzubauen. In dem Studiengang beschäftigen sich Studierende mit dem Thema Gesundheit und möglichen Einschränkungen von Einzelnen und Gruppen bei dem Zugang zu Gesundheitsleistungen. Bei der Inanspruchnahme notwendiger Gesundheitsangebote spielen heutzutage die individuellen Voraussetzungen der Menschen eine wichtige Rolle. Benachteiligungen bei der Gesundheitsversorgung können in Deutschland beispielsweise auftreten aufgrund geistiger oder körperlicher Behinderungen, religiöser oder kultureller Hintergründe, sexueller Orientierung oder aufgrund des Alters oder Geschlechts.

Was passiert in Ihrer Vorlesung?

Christiane Falge: Wir werden die Vorlesung ‚Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten und wissenschaftliche Methoden der Ethnologie‘ in der Moschee stattfinden lassen, um die Studierenden in den Stadtteil zu bringen.

Was ist das Ziel?

Wir möchten ein Zeichen gegen die Islamfeindlichkeit setzen. Die Studierenden wollen sich mit einer Gruppe, die in der Gesellschaft stigmatisiert wird, solidarisieren.

Und weitergehend?

Die teilnehmende Beobachtung steht im Zentrum der Ethnografie. Dadurch, dass die Studierenden nun wöchentlich in die Moschee gehen, wo sie eine Gastfreundschaft erleben, die mit den medial vermittelten Vorstellungen von Muslimen bricht, erleben sie einen Perspektivwechsel. Sie üben die teilnehmende Beobachtung, indem sie näheren Kontakt mit den Menschen und fremden Lebenswelten des Stadtteils aufnehmen und mit einer künftigen Forschungsstätte in Berührung kommen. Nach der ersten ‚Moschee-Sitzung‘ äußerten die Studierenden den Wunsch, den gesamten Unterricht in die ‚gemütliche‘ Moschee zu verlegen. Der starke Praxisbezug, der unsere Hochschule auszeichnet, wird auf diese Weise ausgebaut. Gerade für Studierende dieses Studiengangs ist dies ganz wichtig.

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