Virtuelle Welten selbst kreieren

Aufwendige Filme, mitreißende Musik oder Computerspiele, die süchtig machen: Klingt nach Hollywood? Wie man all das selbst produzieren kann, will die Medienschule SAE ihren Studierenden beibringen. Die Schule im ehemaligen Hochbunker am Springerplatz vermittelt auf 1200 m² die nötigen Kompetenzen. Was ihre Absolventen in den Ausbildungsjahren gelernt haben, zeigte sie bei einer „Workshow“.

Neun Projekte bester Studierender aus den Fachbereichen Audio, Animation, Film, Game und Web wurden vorgestellt. Vertreter von Unternehmen aus Industrie und Wirtschaft waren zum Empfang geladen, um die Fertigkeiten der Studenten zu bestaunen und den ein oder anderen Kontakt zu knüpfen.

Das SAE Institute besteht seit 40 Jahren. In 28 Ländern und in acht deutschen Städten ist die Medienschule vertreten. Seit fünf Jahren gibt es einen Standort in Bochum. „In NRW waren wir bis dahin nur in Köln vertreten. Das Interesse von Studierenden und der Industrie bestand aber auch im Ruhrgebiet – und so entschieden wir uns für Bochum, das zwischen Essen und Dortmund so gesehen in der Mitte liegt“, sagt Tim Weinand, Manager der SAE Bochum.

„Die Medienbranche im Ruhrgebiet wächst“, sagt auch Amiram Paltin. Er pflegt die Beziehungen zu den potentiellen Arbeitgebern in der Wirtschaft und hilft seinen Schülern, einen Fuß darin zu fassen. „Jobs in andere Sektoren wie Berg- oder Maschinenbau sind weggefallen. Dafür boomt aber zum Beispiel die Web-Branche“, sagt er. Und um da anzukommen, bietet die Schule eine praktische Ausbildung, die wenig Theorie beinhaltet. „Dafür können unsere Absolventen am Ende ihres Studiums ein fertiges Portfolio und diverse praktische Erfahrungen vorweisen“, sagt Paltin. Dafür müssten die Schüler aber auch Gas geben, motiviert sein und lernen, sich zu präsentieren. Denn: „Firmen wollen immer den Einen“, sagt Paltin.

An diesem Abend nutzen die Studenten ihre Chance und präsentieren ihre Projekte. Das Computerspiel von Murat Alsac, Kim Darline Berg und Dimitri Maier zum Beispiel können die Besucher selbst Probe spielen. Dabei sitzt der Spieler nicht einfach vor dem Bildschirm, sondern taucht ein in die virtuelle Wirklichkeit. Mit Hilfe einer Spezialbrille, sogenannter HTC-Vive, und zwei Lasern, die die Position des Spielers im Raum bestimmen und an den Computer weitergeben, bewegt man sich in einem Schloss und sammelt entlaufene Pinguine ein. Da darf sich schon mal persönlich gebückt werden, um nach dem virtuellen Fangnetz zu greifen. „Wir haben vier Monate an dem Projekt gearbeitet“, sagt Maier.

Seit April 2015 studiert der gelernte Programmierer an der SAE. „Ich wollte mich spezialisieren“, sagt er. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Technik ermöglicht ein neues Spielerlebnis. Auch die anderen Projekte kommen nicht zu kurz: Die jungen Experten präsentieren ihre Musikvideos, Kurzfilme, Webseiten und Lieder.

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