Vier Schiller-Schülerinnen pflanzen 100 Bäume in China

Diane Schmoll, Leonie Tara, Carina Wingert und Annemarie Bader (v.ln.r.)  sind aus China zurück.
Diane Schmoll, Leonie Tara, Carina Wingert und Annemarie Bader (v.ln.r.) sind aus China zurück.
Foto: Matthias Graben / WAZ-FotoPool
Sie verbrachten vier Wochen im Reich der Mitte und halfen Bauern bei einem Aufforstungsprojekt. Im nächsten Jahr steht für die vier das Abitur an. Da passte der Auslandsaufenthalt zu Beginn des Schuljahres gerade noch so eben in die Vorbereitung.

Bochum. Der Mensch benötigt immer etwas Zeit, um Erlebtes vernünftig zu verarbeiten. Ausreichend Zeit, ihren vierwöchigen Aufenthalt in China komplett einordnen zu können, hatten Leonie Tara (17), Diane Schmoll (17), Annemarie Bader (18) und Carina Wingert (18) bislang nicht. Gerade zurückgekehrt von ihrem Projekt, hat sie gleich der Alltag am Schiller-Gymnasium eingeholt.

Im nächsten Jahr steht für die vier das Abitur an. Da passte der Auslandsaufenthalt zu Beginn des Schuljahres gerade noch so in die Vorbereitung. „Ich habe vor dem Antritt der Fahrt noch einmal alle Lehrer gefragt, was zu tun ist“, sagte Bader. Wobei die vier jungen Frauen vor Ort in China kaum die Gelegenheit hatten, sich mit der Schule oder dem Nacharbeiten des Stoffes zu beschäftigen.

Hilfe für die chinesischen Bauern

Im Rahmen des Projektes „Welt:Klasse Bochum“ schickte das Schiller-Gymnasium bereits zum fünften Mal eine Schülergruppe auf eine Reise, die gleichzeitig Unterstützung des Landes, Unterricht, interkulturelles Lernen und Abenteuer ist.

Die vier Mädchen nahmen am „Reforestation Project“ teil. „Wir haben Bauern dabei geholfen, mehr Vielfalt in ihre Felder zu bringen“, sagt Carina Wingert. „Sie bauen fast nur noch Mais an und sind dadurch von anderen Bauern abhängig. Einen Supermarkt gibt es nicht. Wir haben 100 Walnuss- und Pfirsichbäume angepflanzt.“ Was durchaus harte körperliche Arbeit war wie Leonie Tara erzählt: „Wir haben mit Schaufeln und Spitzhacken Gras und Wurzeln entfernen müssen, um danach Löcher für die Bäumchen zu graben.“ Aber nicht nur körperliche Arbeit stand auf dem Programm. Zweiter Aspekt des Aufenthaltes war der Englisch-Unterricht, den die vier chinesischen Kindern gaben.

Viel interkulturelles Lernen

Ansonsten gab es für sie vor allem sehr viel interkulturelles Lernen – „mit der Sprache und der Schrift hatten wir so unsere Schwierigkeiten“– und auch Abenteuer. Angefangen bei der Anreise und nicht beendet bei den Speisen. „Das Essen war schon eine Umstellung“, sagt Annemarie Bader. „Wir sind täglich von einer 104-Jährigen bekocht worden. Irgendwie leben die Chinesen gesünder. Es gab viel mit Reis. Wir haben auch Früchte und Gemüsesorten ausprobiert, die wir aus Deutschland gar nicht kannten und wir durften intensiv am kulturellen Leben teilnehmen.“

Die Fahrt, das Projekt habe sie alle enorm weitergebracht. „Ich wusste nicht, was ich von dem Land und den Menschen halten soll“, sagt Tara. „Gerade die Menschen haben mich beeindruckt.“

 
 

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