Vielfalt entdecken bei der interkulturellen Woche in Bochum

Dominik Loth
Am kommenden Sonntag können Besucher von 13.30 Uhr an die Synagoge am Erich-Mendel-Platz kennenlernen.
Am kommenden Sonntag können Besucher von 13.30 Uhr an die Synagoge am Erich-Mendel-Platz kennenlernen.
Foto: WAZ
Die interkulturelle Woche trumpft mit einem vollgepackten Programm auf. Religionsgruppen, Künstler und der VfL beteiligen sich daran.

Bochum. Vor einigen Wochen nutzte Klaus Pfeffer, Generalvikar des Bistums Essen, eine Diskussionsrunde über die Flüchtlingskrise im Theater Total, um auf die Ängste der Menschen aufmerksam zu machen. Immer wieder betonte er, das Problem sei „sehr komplex“. Wie komplex diese Sorgen sind, zeigt die sich zuspitzende Krise seit Wochen. Dabei können die meisten Unsicherheiten leicht abgebaut werden: Durch Kontakt mit fremden Kulturen. Das Motto der interkulturellen Woche vom 27. September bis zum 3. Oktober ist Programm: „Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt“.

„Das Programm ist so vielfältig wie noch nie“, sagt Monika Noffke vom kommunalen Integrationszentrum Bochum (Kibo), das die Themenwoche koordiniert.

OB Otillie

So mächtig ist es, dass es den offiziellen Rahmen sprengt. Die Eröffnungsveranstaltung findet bereits am Freitag, 25. September, um 17 Uhr in der Christus-Kirche statt. Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz wird als Schirmherrin zusammen mit dem Integrationsrats-Vorsitzenden Khonaf Hajo die Gäste begrüßen, ehe die Podiumsdiskussion „Flucht – Vertreibung – Vergebung“ beginnt. Vertreter aus jüdischen, katholischen, evangelischen und muslimischen Religionsgruppen werden sich daran beteiligen.

Am eigentlichen Eröffnungstag können Besucher an einer Führung durch die Bochumer Synagoge (13.30 Uhr) am Erich-Mendel-Platz teilnehmen. Um 12 Uhr können sich insbesondere Migranten im Q1 (Halbachtstr. 1-3) bei ihren beruflichen Zielen beraten lassen.

Um heiße Töpfe und buntes Gemüse geht es am 29. September um 18 Uhr beim Kochduell. MdL Serdar Yüksel (SPD) fordert Kibo-Leiterin Susanne Köllner im Haus der Generationen heraus. Eine Stunde später beginnt die Lesung „Zurück zum Tatort Stadion“ in der Geschäftsstelle des VfL Bochum.

Geschichten in vier Sprachen

Ein Highlight unter den zahllosen Vorträgen, Diskussionsrunden und Kunstevents wird der Nachmittag des 1. Oktober sein. Gegen das Vergessen lesen vier Menschen die „Geschichten aus Buchenwald“ vor in Arabisch, Türkisch, Deutsch und in Tigrigna: Die Kibo-Praktikanten Tesfalem Solom und Haile Abraham aus Eritrea haben den Text übersetzt. Zum Abschluss am 4. Oktober ehrt die Vietnamesische interkulturelle Fraueninitiative Vifi, eine der ältesten Migrationsorganisationen Bochums, um 13 Uhr die Sieger des Benefizlaufs und des Fußballturniers.