VfL-Profis posieren vorm Bergbaumuseum

Sven Westernströer
Der neue Kader des VfL vor dem Bergbaumuseum. Foto: Udo Kreikenbohm
Der neue Kader des VfL vor dem Bergbaumuseum. Foto: Udo Kreikenbohm
Foto: WAZ FotoPool

Bochum. Ein ungewöhnlicher Auftritt für den VfL Bochum: Auf der großen Wiese vor dem Bergbaumuseum nahm das Team Aufstellung fürs Mannschaftsfoto. Überlichweise wird dieses Foto im Stadion geschossen – aber da ist grad WM.

„Da schau, unsere Jungs!“ Für Bruno Ernst und seinen Enkel Felix hat sich der Weg aus Herne schon gelohnt. Die beiden sind seit Jahren eingefleischte VfL-Fans, verpassen kaum ein Heimspiel. Doch beim traditionellen Mannschaftsfoto kurz vorm Saisonstart waren sie noch nie dabei – bis heute.

Schnappschuss vom Lieblingsspieler

Es ist kurz nach 14 Uhr, die Sonne gibt Vollgas, da biegt der Mannschaftsbus des VfL majestätisch auf den Parkplatz vor dem Bergbaumuseum. Lässig steigen Spieler und Trainerstab aus und schlendern über die Wiese. Mehrere breitschultrige Security-Männer passen auf, dass nichts passiert, während Felix seine Handykamera klicken lässt. Einen Schnappschuss von seinem Lieblingsspieler Christoph Dabrowski hat er schon drauf, der Junge ist begeistert.

Kicker müssen der Frauenfußball-WM weichen

Ein Mannschaftsfoto der VfL-Profis vor dem Bergbaumuseum – das gab’s noch nie. Normalerweise wird dies standesgemäß im Stadion aufgenommen, doch im Jahr der Frauenfußball-WM ist alles etwas anders. Das Stadion ist belegt, da müssen die Kicker ausweichen. Trainiert wird in Langendreer, morgen geht’s für eine Woche ins Trainingslager nach Marienfeld, da bleibt zwischendrin gerade noch Zeit fürs Foto. Und der Trainer ist von der ungewöhnlichen Location sichtlich angetan: „Dies ist ein bedeutender Ort für die Stadt“, sagt Friedhelm Funkel, „ideal für unser Foto.“ Das Bergbaumuseum selbst kennt übrigens Funkel auch: „Ich war mal oben auf dem Turm“, erzählt er. „Von dort hat man einen super Blick über die Stadt.“

Spaß und Geduldsprobe zugleich

Was am Ende bei den Fans als Poster an den Wänden hängt, ist für die Spieler Spaß und Geduldsprobe zugleich. Erst werden die Einzelbilder geschossen, das heißt: Die Mannschaft stellt sich der Reihe nach auf, damit die Presseschar Kopf für Kopf einen nach dem nächsten ablichten kann. Darauf folgt das feierliche Großfoto mit dem kompletten Kader – diesmal unter sengender Sonne. Doch wenn die Spieler dabei ins Schwitzen gekommen sein sollten, dann haben sie das gut überspielt.

Kurzer Urlaub schmälert die Stimmung nicht

Bis zum Saisonstart am 18. Juli auswärts in Düsseldorf erwartet die Profis ein straffes Trainingsprogramm. „Wegen der Relegationsspiele ist unsere Vorbereitungszeit ungeheuer kurz“, meint Sprecher Christian Schönhals. Doch die Stimmung in der Mannschaft sei auch trotz des eher knappen Urlaubs gut, erzählt er. „Wir haben den Aufstieg schließlich nur um ein Jahr vertagt.“