VfL-Anhänger: Altegoers Rücktritt war überfällig

Andreas Bartel
Mitgliederversammlung VfL Bochum im RuhrCongress am Montagabend. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool
Mitgliederversammlung VfL Bochum im RuhrCongress am Montagabend. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool
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Bochum. Nach dem Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden des VfL Bochum, Werner Altegoer, droht dem Verein neben dem Absturz in die sportliche Bedeutungslosigkeit auch Chaos in der Führungsetage. Wie die VfL-Anhänger dies aufgenommen haben.

Doch viele der ohnehin leidgeprüften Anhänger des VfL scheinen von der neuerlichen Unruhe im Verein nicht wirklich geschockt zu sein und begrüßen sogar den Abschied des langjährigen Mäzens und Machtmenschen Altegoer, wie es die Mehrheit der Befragten bei einer nicht repräsentativen Umfrage in der Innenstadt tat.

„Vielleicht ist der Rücktritt gar nicht schlecht, die Strukturen waren zu eingefahren“, sagt zum Beispiel Joachim Deller und dürfte damit vielen Fans aus der Seele sprechen. Dennoch befürchtet der 38-Jährige „noch mehr unnötige Unruhe im Verein“ und ein Machtvakuum auf der Führungsebene: „Keiner weiß, wie es weitergehen soll. Ich kann mir niemanden vorstellen, der es besser machen kann.“

Chaos befürchtet auch Uwe Mordhorst (46), falls die Nachfolge Altegoers nicht schnell geregelt werde. Dennoch ist er überrascht vom Rückzug: „Ich dachte, er ist immer da.“

Der "Klüngelverein" müsse nun aufgefrischt werden

Doch genau darin sieht Joachim Syllwasschy das grundlegende Problem. Er findet es richtig, dass der „Klüngelverein“ nun aufgefrischt werde. Selbstverständlich trage der Vorstand auch Schuld an der verfehlten Einkaufspolitik der letzten Jahre. Zudem habe Altegoer „auch viel gebremst“ und seine Persönlichkeit zu sehr in den Vordergrund gestellt. Um den VfL Bochum auch auf dem Platz wieder auf Kurs zu bringen, würde der 72-Jährige „den Jungs gerne mal sagen: Schaltet euer Gehirn ein und lauft.“

An sportlich bessere Zeiten erinnert sich auch Dieter Vieth gerne zurück: „Früher sind wir in einer großen Gruppe hingegangen.“ Heute wolle er die desolaten Leistungen und verlorenen Spiele der Mannschaft nicht mehr vor Ort erleben. „Das kann ich auch im Fernsehen sehen“, sagt der 67-Jährige.

Und weiter: „Der Rücktritt kam viel zu spät.“ Nun räche sich, dass der Verein „keinen Nachfolger aufgebaut“ und es versäumt habe, einen „gewachsenen Übergang“ herbeizuführen, wie es zum Beispiel der FC Bayern mit Hoeneß-Nachfolger Christian Nerlinger seit Jahren gemacht habe.

Viele sind für Generationenwechsel

Dieter Vieth spricht stellvertretend für viele VfL-Anhänger von einem „Generationenwechsel“, der nun herbeigeführt werden müsse. Wie dieser genau aussehen soll, wusste spontan jedoch keiner der Befragten zu beantworten. Genügend Platz für einen Neuanfang steht beim VfL nach Altegoers Abgang jedoch zur Verfügung.