Verhandlung tritt auf der Stelle

Rolf Hartmann
Wegen des Jubiläums im Bochumer Werk wurde diese  Lichtinstallation mit altem Opel Kadett und den Jahreszahlen 1962 und 2012 auf der Lackiererei der Bochumer Autobauer  inszeniert.
Wegen des Jubiläums im Bochumer Werk wurde diese Lichtinstallation mit altem Opel Kadett und den Jahreszahlen 1962 und 2012 auf der Lackiererei der Bochumer Autobauer inszeniert.
Foto: WAZ

Bochum. Wenige Tage vor Ablauf der Verhandlungsfrist scheint die Opel AG von einem langfristigen Konzept für ihre deutschen Werke weit entfernt zu sein. In einem Brief an die Belegschaft bedauerten Betriebsrat und IG Metall am Donnerstag, dass die Geschäftsleitung nicht in der Lage gewesen sei, „ein eigenes Zukunftskonzept mit Zusagen zur Beschäftigungssicherung für die deutschen Standorte vorzulegen“.

Betroffen davon seien die Produktionsstandorte Bochum, Eisenach, Kaiserlautern und Rüsselsheim, außerdem das Entwicklungszentrum Rüsselsheim und das Testzentrum Dudenhofen.

Die Hoffnung, schon jetzt für die Bochumer Opelwerke eine Anschlussproduktion für die Zeit nach 2016 zugesichert zu bekommen und damit den Erhalt des Opel-Standorts, hat damit einen schweren Dämpfer erlitten.

Betriebsrat und IG Metall enttäuscht

Im Rückblick auf den letzten Verhandlungstag am Mittwoch, 17. Oktober, beklagten Betriebsrat und IG Metall: „Wir wollen Opel auf die Erfolgsspur bringen und Beschäftigung langfristig sichern. Daher hat die Arbeitnehmerseite ein langfristiges Wachstumskonzept vorgeschlagen und auch eine Überbrückungslösung, bis dieses Konzept greift.“ Aber auch in der „gestrigen Verhandlung war die Geschäftsleitung nicht in der Lage, diese Vorschläge aufzugreifen“, heißt es enttäuscht.

Wie zu erfahren war, gibt es am 26. Oktober noch einen letzten Verhandlungstermin. Laut Zeitplan sollte an diesem Tag ein Ergebnis stehen. Am selben Tag wolle die Tarifkommission der IG Metall „über das weitere Vorgehen beraten“. So läuft vor allem die Stundung der Tariferhöhung von 4,3 Prozent zum 31. Oktober aus. Kommt keine Einigung, muss Opel Millionen Euro in zweistelliger Höhe an die Belegschaften zahlen. Bisher hatte der Opel-Vorstand die Verlängerung der Standortgarantie bis 2016 angeboten, IG Metall und Betriebsrat ein Zukunftskonzept bis 2022 gefordert.