Bochum

Polizei verschweigt Vergewaltigung auf Friedhof in Bochum: Jetzt äußert sich die NRW-Regierung

In Bochum wurde eine 33-Jährige vergewaltigt. Der Verdächtige ist ein verurteilter Sexualstraftäter. (Archivbild)
In Bochum wurde eine 33-Jährige vergewaltigt. Der Verdächtige ist ein verurteilter Sexualstraftäter. (Archivbild)
Foto: Jürgen Theobald/Funke Foto Services

Bochum. Ein verurteilter 30-jähriger Sexualstraftäter soll am 18. Februar eine 33 Jahre alte Frau auf einem Friedhof in Bochum mit einem Stein niedergeschlagen und anschließend vergewaltigt haben.

Vier Tage nach der Tat nimmt die Polizei einen Tatverdächtigen fest. Aber: Die Öffentlichkeit erfährt von der Tat und dem Fahndungserfolg nichts.

Vergewaltigung in Bochum: Öffentlichkeit erfuhr erst durch Pressebericht von der Tat

Erst durch einen Pressebericht dringt der Vorfall nach außen. Schnell werden Vertuschungsvorwürfe laut, Polizei und Staatsanwaltschaft stehen in der Kritik. Der 30-Jährige war Teilnehmer des Programms "Kurs Konzept" für rückfallgefährdete Sexualstraftäter, stand seit 2014 unter Führungsaufsicht.

Der Fall beschäftigt nun auch die Landesregierung: In einer kleinen Anfrage eines fraktionslosen Abgeordneten heißt es: „Glauben die Behörden, dass es im Zeitalter von Internet und Fake News zeitgemäß und klug ist, den Versuch zu unternehmen, solche Taten zu verheimlichen?“

„Uns ist daran gelegen, die Opfer zu schützen“

Die Landesregierung betont in ihrer Antwort: Die Polizei habe aus Opferschutzgründen zunächst nicht über den Fall berichtet.

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Bereits Ende Februar hatte die Dortmunder Staatsanwaltschaft gegenüber DER WESTEN erklärt: „Uns ist daran gelegen, die Opfer zu schützen. Das letzte Mal haben wir im Fall des Univergewaltigers so gehandelt, um die Studentinnen zu schützen.“

Polizei bereut Entscheidung

„Das Polizeipräsidium Bochum erachtet diese Entscheidung - im Nachhinein betrachtet - als falsch und kommt zu der Bewertung, dass die Veröffentlichung einer kurzen Pressemitteilung, die unter Hinweis auf die noch laufenden Ermittlungen auf Details verzichtet, angezeigt gewesen wäre“, sagt jetzt die NRW-Landesregierung.

Das Präsidium habe die Richtlinien der Pressearbeit entsprechend angepasst.

3,1 Prozent aller Teilnehmer des Kurs-Programms würden rückfällig, teilt die Regierung in ihrer Antwort mit. Seinen Zweck erfülle das Programm dennoch. Ziel sei „die Verringerung des Rückfallrisikos von unter Führungsaufsicht stehenden Sexualstraftätern“. Rückfalltaten könnten aber nie völlig ausgeschlossen werden. (pen)

 
 

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