Verein will Griechen helfen

Gerassimos Miaris (Mitte) und Petra Lauhoff-Spiegel (rechts daneben) machen ihren Verein im Neuen Gymnasium publik, der humanitäre Hilfe für Griechenland leisten soll.
Gerassimos Miaris (Mitte) und Petra Lauhoff-Spiegel (rechts daneben) machen ihren Verein im Neuen Gymnasium publik, der humanitäre Hilfe für Griechenland leisten soll.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Bochumer gründen Verein Axía. Lkw-Ladung mit Hilfsgütern geht an die Sozialstation in Ellinikon, wo 100 Ärzte auf Spendenbasis arbeiten.

Bochum. Die einen konnten im Winter kein Heizöl mehr kaufen. Ein anderer Freund von Petra Lauhoff-Spiegel ist Schulleiter, und muss sich trotz der beruflichen Position mit 800 Euro im Monat durchboxen. Eine andere Freundin konnte sich nach ihrer OP keine Medikamente leisten: „Und jetzt sind gar keine mehr da“, sagt sie. Fünf Jahre hat die ehemalige Lehrerin in Griechenland gelebt, sie kennt das Land, die Menschen und die Lage vor Ort.

Mit dem Verein Axía sammelt sie nun Medikamente, Klinikbedarf, Säuglingsnahrung – alles lebensnotwendige Dinge, an denen es im krisengeplagten Euro-Land mangelt.

300 Ehrenamtliche

Axía ist griechisch und bedeutet so viel wie „Wert“ – im menschlichen, nicht ökonomischen Sinn, erklärt Vereinsvorsitzender Gerassimos Miaris. Beim Schulfest des Neuen Gymnasiums informieren er und Lauhoff-Spiegel über den Verein, was sie sammeln und natürlich auch darüber, wohin die Spenden gehen. Und zwar nach Athen, genauer gesagt, nach Ellinikon: In der Sozialstation auf einem ehemaligen Militärflughafen arbeiten rund 300 Ehrenamtliche, darunter 100 Ärzte, allein auf Spendenbasis.

Seit Juli sammeln Gerassimos Miaris und seine Mitstreiter schon, im Oktober nun sollen die Hilfsgüter mit einem Lkw nach Griechenland gebracht werden. „Und den wollen wir voll kriegen“, sagt Miaris.

Wirtschaftscrash kam erst verspätet auf den Inseln an

Bisher läuft alles gut: „Der Zuspruch war unglaublich“, freut sich Lauhoff-Spiegel. Ein Altersheim überließ dem Verein zum Beispiel mehrere Rollstühle und Rollatoren und Apotheken spendeten Medikamente. Selbst den Transporter stellt ein Freund des Vorsitzenden bereit. Genau wie Petra Lauhoff-Spiegel engagiert sich der aus Griechenland stammende Miaris auch aus ganz persönlichen Gründen bei Axía: „Erst habe ich von der Krise auch nur über die Medien mitbekommen“, erzählt er.

Seine Eltern, die etwas abgeschieden auf einer Insel leben, haben den Wirtschaftscrash erst verzögert gespürt. Als er dann aber vor Ort war, sei es ein Schock gewesen: „Ich kriege da Gänsehaut, die Situation ist wirklich dramatisch“, berichtet er. Es mangele nahezu an allem, selbst Kleinigkeiten wie Spritzen, Windeln oder Pflaster nimmt der Verein dankbar für die Athener Sozialstation entgegen.

Wenn es für den Hilfstransport so weit ist, und ein voll beladener Vierzigtonner aus dem Revier in Richtung Hellas rollt, wollen die Helfer von Axía weiter sammeln: „Das Problem ist nicht von heute auf morgen behoben. Die nächsten fünf Jahre werden wir bestimmt noch zu tun haben“, glaubt Miaris.

 
 

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