Verbindungsweg mindert Gefahr

Sabine Vogt
Ein Fussgaenger laeuft am Mittwoch, 21.12.2011, an der Stelle ueber die Hattinger Str. in Bochum an der ein neuer Fuss und Radweg entstehen soll. Foto: Marcus Simaitis
Ein Fussgaenger laeuft am Mittwoch, 21.12.2011, an der Stelle ueber die Hattinger Str. in Bochum an der ein neuer Fuss und Radweg entstehen soll. Foto: Marcus Simaitis
Foto: WAZ FotoPool

Bochum. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Bochum klopft sich auf die Schultern: In Kürze soll die Verlängerung der Pieperstraße in Ehrenfeld für Radler und Fußgänger wieder als Verbindungstrasse gelten.

„Die Freigabe der Einbahnstraßen und die Verbindung über die Hattinger Straße war Bestandteil eines Konzeptes, das der ADFC erstellt hat, zusammen mit dem AK Verkehr der Agenda 21“, soweit der Vorsitzende Klaus Kuliga. Die meisten Einbahnstraßen sind inzwischen freigegeben.

Mehr Sicherheit für Fußgänger

Die vierspurige Hattinger Straße wird an dieser Stelle häufig von Fußgängern überquert, weil sich auf beiden Seiten zahlreiche kleine Geschäfte befinden. Um ihnen mehr Sicherheit zu geben, hat sich die Stadt entschlossen, dort eine Querungshilfe einzurichten. Das Straßenbahngleis wird nicht mehr befahren. Geschützt durch eine Fußgängerinsel können Passanten den fließenden Verkehr auf der Hattinger Straße besser beobachten und die jeweils zwei Fahrstreifen überqueren.

Um ihnen eine freie Sicht auf die Straße zu verschaffen, werden zusätzlich vier Poller auf der Seite hin zum Hans-Ehrenberg-Platz aufgestellt. Dadurch fallen zwei Parkplätze weg. Da die Stadt über keine Finanzmittel verfügt, muss die Einrichtung der Fußgängerschutzinsel beschränkt bleiben auf Markierungen und Schilder. Ebenfalls aus Kostengründen bleiben die Bahngleise in der Straße, werden indes zur besseren Begehbarkeit mit Bitumenmasse verfüllt. Wie Annette Liska vom Tiefbauamt auf WAZ-Anfrage mitteilte, sollen die Arbeiten zeitnah je nach Witterung ausgeführt werden.

Ein Symbol für den Albtraum

Dafür gibt’s Lob vom ADFC: „Jahrzehnte nach dem Kahlschlag werden Alte Hattinger- und Pieperstraße wieder verbunden.“ Diese gekappte „Lebensader“ sei ein Symbol gewesen für den Albtraum von der autogerechten Stadt Bochum, so Kuliga. Erst durchtrennte die vierspurige Hattinger Straße mit zweigleisiger Straßenbahn die Verbindung, dann wurde die Bahn unter Tage gelegt mit „bombastischen“ U-Bahnzugängen.

Nach seiner Ansicht begeben sich Fußgänger und Radfahrer in Lebensgefahr, wenn sie die Hattinger überqueren. Der Bau der Querungshilfe zeige, dass mehr Lebensqualität in einer Stadt nicht vom Geld abhänge, sondern primär vom politischen Willen und der „Bereitschaft, neu zu denken“.

Das Konzept Nahmobilität, wie die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen (AGFS) es in ihrem Leitbild vorstellt, gehöre laut Kulinga ganz vorn in die Köpfe der kommunalen Politiker. „Nahmobilität ist längst kein grünes Thema mehr.“

[kein Linktext vorhanden]