Variationen zum Thema Schwarz

Übermalungen sind nicht gleich Übermalungen. Hierzulande denkt man dabei vor allem an Arnulf Rainer (länger her) und Georg Baselitz (jüngst damit in aller Munde). Heinrich H. Koch, dem jetzt in Bochum eine Doppelausstellung in der Galerie januar und im Kunstverein (im Raum im Haus Kemnade) hat in dieser Hinsicht einen ganz eigenen Ansatz, der im Zentrum der beiden kleinen Ausstellungen steht, die am Wochenende eröffnet werden.

Statt einer Retrospektive

Koch, der von Freunden und Weggefährten „Heiner“ genannt wird, war von 1989 bis 2012 Verantwortlicher für den Bereich Bildende Kunst am Musischen Zentrum der Ruhr-Universität. Zum Abschied ist ihm nun statt einer Retrospektive aus Raummangel eine Doppelausstellung gewidmet, eine Kooperation zweier Institutionen macht das möglich.

In der Galerie januar in Langendreer sind „Bilder der 80er Jahre“ zu sehen. Immerhin war es der Künstler Koch, der mit seiner Werkschau „Kopf/Rumpf I“ im Jahr 1980 für die erste Ausstellung der frisch gegründeten Galerie verantwortlich war. Damals schwerpunktmäßig als Holzbildhauer und Zeichner.

Nun sind Bilder zu sehen, deren Charakteristikum die Übermalung ist. Ehemals von Farbigkeit geprägte Gemälde lassen sich unter den geometrischen, monochromatischen Flächen noch erahnen. Starke Kontraste sind die Folge, wie auch prozesshaftes. Das Übermalen gerät nicht zu einer destruktiven Geste gegen früheres Wirken, sondern zu einer „neuen Anverwandlung und intensiven Auseinandersetzung“, wie es der Kunstvereins-Vorsitzende Prof. Dr. Richard Hoppe-Sailer ausdrückt.

Das gilt genauso für die Schau „Schwarzlackbilder und ein Laib“ des Kunstvereins. Der mit japanischer Skulptur und afrikanischer Plastik so vertraute Künstler wählte für die in jüngerer Zeit entstandenen Übermalungen Schwarzlack. Den zeichnen in der Verarbeitung durch Koch eine lebendige Oberfläche und eine neue, materialreiche Struktur aus, die durchaus mit dem Licht zu arbeiten weiß. Schade, dass das skulpturale Werk etwas kurz kommt, nur ein Exempel ist zu sehen.

 
 

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