US-Investmentbank kauft Bochumer Ruhrpark

Der Erlös des Verkaufs fließe an die Anleger, heißt es. Foto: Nikos Kimerlis
Der Erlös des Verkaufs fließe an die Anleger, heißt es. Foto: Nikos Kimerlis
Foto: WAZ

Bochum.. Die US-Investmentbank Perella Weinberg übernimmt den Ruhrpark an der A40 in Bochum-Harpen und zahlt 1800 Fonds-Anleger aus. Das Einkaufszentrum mit einem Kundenstrom von 15 Millionen Besuchern stand seit drei Jahren zum Verkauf.

Mehrere hundert Millionen Euro werden alljährlich im trubeligen Ruhrpark Einkaufszentrum umgesetzt - jetzt wurde das riesige Center selbst verkauft. Neuer Eigentümer wird die amerikanische Investmentbank Perella Weinberg, über 1800 Fonds-Anleger werden ausgezahlt.

Den Deal fädelte als Treuhänder die Firma WestFonds ein, eine Tochter der WestLB. Der Ruhrpark, mit einem Kundenstrom von 15 Millionen Besuchern jährlich und rund 140 Geschäften, stand, wie die WAZ erfuhr, schon seit drei Jahren zum Verkauf. Aber dann kam die Finanzkrise dazwischen, schreckte viele vor Investitionen ab.

Im April 2010 klappte es schließlich. Der Kaufvertrag war unterzeichnet. Gekauft wurde der so genannte geschlossene Immobilienfonds RWI 47, der seit 1977 Eigentümer des Ruhrparks ist. In diesem Fonds hatten über 1800 Anleger damals ihr Geld gesteckt, typische Sparkassenkunden, die ihre Anteile teils schon vererbt haben. Dass der Kaufpreis für den gewaltigen Ladentempel bei 260 Millionen Euro liegen soll, wurde von WestFonds nicht bestätigt: „Den Kaufpreis möchten wir nicht kommentieren“, hieß es dazu diskret der WAZ gegenüber.

Ende September sind allerdings weitere Einzelheiten zum Verkauf zu erwarten. Bis dahin soll der Eigentümerwechsel perfekt sein. Eine wichtige Voraussetzung dafür wurde jetzt geschaffen: Über 75 Prozent der Anleger mit über 86 des nominellen Zertifikatskapitals haben dem Verkauf zugestimmt.

Der Ruhrpark in Harpen zähle zu den „erfolgreichsten deutschen Fonds“, lässt WestFonds wissen. Als Treuhänder kassiert die WestLB-Tochter zwar Verkaufsgebühren, doch halte sich das in Grenzen. Ein Sprecher zur WAZ: „Da wird keiner reich von.“ Der Erlös fließe an die Anleger.

Da wo heute das riesige gelbe Zelt als Wahrzeichen in den Himmel ragt, war Anfang der 60er Jahre noch grüne Wiese. Es war der amerikanische Investor Edward J. Roberts, der damals die Bochumer Stadtväter für das ungewöhnliche Projekt begeistern konnte. Ungewöhnlich, weil es erst das zweite Einkaufszentrum in der ganzen Bundesrepublik war. Am 14. November 1964 konnte „Mr. Roberts aus Amerika“, wie man ihn ehrfürchtig nannte, das kunterbunte Ladengemenge mit der schlichten Architektur eröffnen.

Das Konzept hält bis heute: viele kleine Fachgeschäfte kombiniert mit großen Kaufhäusern. Über die Jahre wurde der Mix aktualisiert. Zu Karstadt, C&A, Sinn-Leffers und Woolworth stieß etwa das große Textilhaus Baltz im neuen Westflügel hinzu, wo die Via Bartolo mit Schnellgerichten lockt. Und Cineasten wohlbekannt ist natürlich die spätere Ansiedlung des UCI mit 14 Kinosälen.

Das in der Nachbarschaft errichtete Spaßbad Aquadrom, das später pleite ging und dessen Erbauer für Jahre hinter Gittern landete, zählte dagegen nie zum Ruhrpark-Ensemble.

Wie Center-Manager Eric Hans Seiler schildert, tut sich wieder einiges im Center, das von Anfang an mit dem Pfund vieler tausend Parkplätze wuchern konnte.

Im nächsten Jahr wird das Textilhaus SinnLeffers, im Ruhrpark als Interimslösung noch woanders untergebracht, wieder ins bisherige dann modernisierte Stammquartier des Einkaufszentrums zurückkehren. Dort dann zusammen mit dem Elektroriesen MediaMarkt unter einem Dach. Auch das Gebäude, in dem Woolworth seine letzte Bochumer Filiale schließen musste, wird aufgehübscht. Neuer Nutzer? - Geheimsache, aber nicht lange.

 
 

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