Urbanatix-Festival in Bochum ist wieder atemberaubend

Die Jahrhunderthalle steht kopf: Die vierte Staffel des Urbanatix-Festivals ist gestartet.
Die Jahrhunderthalle steht kopf: Die vierte Staffel des Urbanatix-Festivals ist gestartet.
Foto: Ingo Otto
Das Urbanatix-Festival ist gestartet: Die vierte Staffel des Streetart-Events gibt Bikern, HipHoppern und Co. die Chance, ihr Können in der Jahrhunderthalle zu zeigen. Die Künstler kommen aber nicht nur aus dem Ausland, sondern auch aus der Nachbarschaft - 42 Amateure aus der Region sind mit dabei.

Bochum.. Nach dem Erfolg der Staffeln 2010 bis 2012 mit 45.000 Besuchern geht das weltweit einzigartige Streetart-Festival an diesem Wochenende in der Jahrhunderthalle in die vierte Runde. Längst gilt es als Vorzeigeprojekt der Kulturhauptstadt. Biker, Triker, Parcoursläufer, Breakdancer, HipHopper: Die jungen Wilden aus der Nachbarschaft, oft als lästig empfunden und fortgescheucht, agieren Seit’ an Seit’ mit internationalen Topartisten. Videoprojektionen, Licht- und Musikeffekte umrahmen eine Inszenierung, die in der Industriekathedrale im Westpark eine ideale Heimstatt gefunden hat.

Regisseur Christian Eggert hat auch für die neue Produktion einen großartigen Mix aus Welt- und Schulklasse geschaffen. Diesmal steigt das 60-köpfige Ensemble hinab in die urbane Unterwelt. Der Titel „sub:City“ führt die Besucher in eine virtuelle U-Bahn-Station: wie auch im realen Leben Spielstätte für junge, kreative Straßenkünstler. Die 42 Amateure aus dem gesamten Revier (viele sind seit den Anfängen dabei) zeigen herausragende Leistungen. In ausdrucksstarken, mitunter artistischen Tanz-Choreographien. Auf fliegenden BMX-Rädern. Als scheinbar schwerelose Mauer-Läufer. Als Trampolinspringer, die – erstmals ohne Profi-Unterstützung – einen Riesensprung nach vorn gemacht haben. Klar: Im Jahr 4 von Urbanatix wiederholen sich manche Nummern. Im Kontext einer neuen Show sind sie aber allemal sehenswert.

Profi-Artisten überzeugen

Das Zusammenspiel mit den internationalen Protagonisten funktioniert besser den je: bemerkenswert angesichts der nur vier gemeinsamen Probentage. Die Übergänge sind fließend. Das war nicht immer so. Die Freizeit-Artisten überlassen den Profis ohne schmerzhafte Unterbrechung das Feld oder werden – wie bei Publikumsliebling Rémi Martin am Chinesischen Mast – in die Darbietungen eingebunden: Momente, in denen die Magie von Urbanatix in besonderer Weise wirkt, die Grenzen zwischen Passion und Profession verschwimmen, nicht der Einzelne, sondern die Show der Star ist.

Bei den Profis aus aller Welt dreht Urbanatix einmal mehr das große Rad. Und das auch im Wortsinn. Der Kanadier Alexandre Lane zählt in seinem Rouen Cyr (einem dem Rhönrad ähnlichen Reifen) zu den herausragenden Künstlern.

Gleichfalls fabelhaft: der „Stehende Fangstuhl“ wiederum mit Alexandre Lane und seiner Partnerin Emilie, die ebenso witzige wie gekonnte Hand-auf-Hand-Akrobatik von Chris & Iris, das schwebende Trio Balagans auf dem Schleuderbrett, „Wall Clown“ Tobias Wegner mit seiner aus den Vorjahren bekannten, verblüffenden Video-Körperkunst und die elegante Anke van Engelshoven an den Strapaten.

Bei der mit 1200 Besuchern ausverkauften Generalprobe am Donnerstag gab’s stürmischen Applaus. Beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche vier Urbanatix-Staffel.

 
 

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