Uniklinik bietet neue Therapie „CardioFit“ bei Herzschwäche an

Als erste Kardiologie im Raum Bochum bietet die Universitätsherzklinik im St. Josef-Hospital eine Therapiemöglichkeit an, die eine Herzüberlastung minimiert und zur Beschwerdelinderung beiträgt.

Ziel sei, den Herzschlag auf einen Wert von 55 bis 60 Schläge in der Minute zu verringern. Oberarzt Horst Neubauer: „Die Forschung hat nachgewiesen, dass bei vielen Patienten mit ausgeprägter Herzschwäche das vegetative Nervensystem sehr aktiv ist. Diesem negativen Zustand können wir jetzt erstmals effektiv und ohne Nebenwirkungen durch Medikamente gegensteuern.“

Im Kern besteht das sogenannte CardioFit-System aus einer Stimulationssonde, die elektrische Impulse an den Nervus Vagus im Hals leitet. Ein Stimulator, ähnlich einem Herzschrittmacher, ist für die Steuerung verantwortlich. Eine Herzsonde, die im Rahmen eines dreitägigen stationären Aufenthaltes in die rechte Herzkammer minimal-invasiv eingeführt wird, zeichnet die Herzaktion elektronisch auf. Das CardioFit-System stimuliert den Vagus-Nerv und aktiviert so unmittelbar den Parasympaticus. „In einer Studie erwarten wir, dass dieses Verfahren alltägliche Beschwerden, vor allem Luftnot und Belastbarkeit, bessert und vermutlich auch die Lebenserwartung verlängert“, so Neubauer.