Bochum

Uni-Vergewaltiger-Prozess - Freundin des Opfers (21): „Sie sperrt sich gegen einen Freund“

Ziyad K. mit Anwalt Egbert Schenkel und seinem Übersetzer.
Ziyad K. mit Anwalt Egbert Schenkel und seinem Übersetzer.
Foto: Jürgen von Polier
  • Am dritten Prozesstag im Fall des Bochumer Uni-Vergewaltigers hat unter anderem die Freundin (22) des Opfers ausgesagt
  • Unter anderem wurde auch ein Bochumer als Zeuge gehört, der mit seinem Auto angehalten hatte, als er das Mädchen sah

Bochum. Am dritten Verhandlungstag im Fall des Bochumer Uni-Vergewaltigers hat unter anderem die Freundin (22) des 21-jährigen Opfers ausgesagt. Sie hatte vorher bereits am Prozess teilgenommen und zeitweise merkbar Schwierigkeiten, die Aussage der Freundin in all ihren Details zu verkraften.

Wie die 21-Jährige spricht auch sie sehr gutes Deutsch, kommt in ihrer Zeugenaussage sogar ohne Dolmetscher aus.

Ursprünglich wollte das Opfer noch länger in Deutschland studieren

Sie bestätigte den Ablauf der Tat, wie auch ihre Freundin ihn schon beschrieben hatte. Um zu unterstreichen, wie die Vergewaltigung ihre Freundin verändert hat, sagte sie, dass diese erst den Plan hatte, länger in Deutschland zu studieren. Der Plan sei aber nach der Vergewaltigung nicht mehr in Frage gekommen.

Außerdem habe das Opfer vor der Vergewaltigung noch einen Freund finden wollen. Auch dagegen sperrt sie sich nun, sagt ihre Freundin.

Verzweifelte Sprachnachrichten

Wie das Opfer lebt auch die 22-Jährige in Peking. Sie war am besagten Tag noch mit ihrem ehemaligen Freund und ihrer Freundin unterwegs, die später allerdings alleine nach Hause gegangen war - und dann zum Opfer wurde.

An den vorigen Prozesstagen war klar geworden, dass die 21-Jährige ihrer Freundin kurz nach der Vergewaltigung verzweifelte Sprachnachrichten geschickt hatte, damit sie ihr helfen würde.

Bochumer (61) half dem Mädchen

Diese Sprachnachrichten ließ Oberstaatsanwalt Andreas Bachmann abspielen. Darauf zu hören: Eine absolut verzweifelte junge Frau, die schrecklich weint, völlig außer sich ist und auf Chinesisch nach Hilfe schreit - immer wieder den Namen ihrer Freundin sagt. Diese Sprachnachricht soll zu einem späteren Zeitpunkt noch Wort für Wort übersetzt werden.

Als Zeuge geladen war unter anderem Volker Sturm (61) aus Bochum. Er hatte mit seinem Auto angehalten, als er die 21-Jährige mit nur einem Schuh weinend im Schotterbett vor seinem Wohnhaus sitzen sah. Bevor er das tat, waren andere Autofahrer einfach weitergefahren. Sturm ist selbstständig als Bestattungsunternehmer und arbeitet bei der Stadtmission Werne und Bochum-Mitte als Pastor.

Was sind die richtigen Worte in einer solchen Situation?

Vor Gericht sagte er, dass er versucht habe, der jungen Frau gut zuzureden. Aber was sagt man in einem solchen Moment? Was sagt man zu einer so jungen Frau, die gerade derart Schreckliches erlebt hat? Und die vor diesem Tag des 6. August 2016 sexuellen Kontakt mit Männern gar nicht kannte?

Im Gespräch mit DER WESTEN sagt Sturm: „Ich konnte nicht gehen, ohne ihr etwas zu sagen. Ich habe zu ihr gesagt, dass sie eine starke junge Frau ist und aus dieser Situation wieder herauskommen wird. Dass dieser Schmutz, der da passiert ist, sie niemals kleinkriegen wird.“

Über den Angeklagten Ziyad K. sagt Sturm: „Wenn er es getan hat, dann hoffe ich, dass er nicht damit davonkommt und seine gerechte Strafe kriegt.“

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