Unbekannter schießt in Bochum-Hordel auf Katzen

Petra G. und ihr Mann Ralf versorgen die etwa 20 Katzen, die sich in der Karolinenstraße wohl fühlen. Drei der Tiere wurden mit einem Luftgewehr beschossen, eines musste eingeschläfert werden.
Petra G. und ihr Mann Ralf versorgen die etwa 20 Katzen, die sich in der Karolinenstraße wohl fühlen. Drei der Tiere wurden mit einem Luftgewehr beschossen, eines musste eingeschläfert werden.
Foto: WAZ FotoPool / Ingo Otto
Drei wild lebende Tiere sind mit Luftgewehr-Munition beschossen worden, eines musste vom Tierarzt erlöst werden. Von vier weiteren Tieren fehlt jede Spur. Ein Tierschutzverein hat Anzeige wegen Tierquälerei erstattet. Anwohner kümmern sich liebevoll um die etwa 20 Katzen umfassende Gruppe.

Bochum.. Seit vier Jahren füttern Petra und Ralf G. die wilden Katzen in Hordel. Mittlerweile sind es rund 20 Stück, die rund um die Karolinenstraße frei leben. Sie alle haben Namen, manche sind zahm, mittlerweile sind sie alle in Zusammenarbeit mit dem Katzenschutzverein KIS Ruhr e.V. entwurmt und kastriert worden. Viele kommen auch mit in die Wohnung des Ehepaares und besuchen die vier Familien-Katzen. Die 62 jährige Altenbetreuerin und der 52 jährige Musikproduzent kümmern sich auch im Winter um die Vierbeiner, kochen sogar für sie.

Anfang Juni merkte Petra G., die ihren Nachnamen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, dass es Kater Rocky nicht gut ging: „Er legte sich hinter die Tür und ließ sich nicht am Körper anfassen, nur am Kopf. Er knurrte mich an.“ Tierarzt Dr. Julian Schlömer untersuchte den Kater, der sich plötzlich blutig erbrach. Eine kleine, kaum sichtbare Verletzung an der Seite des Tieres entpuppte sich als Einschussloch, das Röntgenbild bestätigte die Diagnose: Ein sogenannter Spitzkopfdiabolo wurde schließlich aus dem Tier herausoperiert. „Das Geschoss hat das Tier komplett durchdrungen. Es muss ein naher Schuss aus kurzer Distanz gewesen sein.“, stellt Tierarzt Schlömer fest. Die Luftgewehrmunition hatte Dünn- und Dickdarm des Tieres durchdrungen. Kater Rocky konnte gerettet und schließlich sogar an neue Besitzer vermittelt werden.

Jäger als Verursacher ausgeschlossen

Weniger Glück hatte Susi. Anfang Oktober zeigte die schwarz-weiße Katze auffälliges Verhalten, „als ob sie sich zum Sterben hingelegt hätte“, erzählt Petra G.. Der Tierarzt entdeckte ein Diabolo-Geschoss in ihrer Lendenwirbelsäule und erlöste das Tier schließlich von seinen Qualen. Auch hier spricht Dr. Schlömer von einer „mittleren bis kurzen Distanz“, aus der das Geschoss das Tier getroffen hat. Einen Jäger als Verursacher schließt er aus: „Das ist völlig unweidmännisch. Jäger schießen mit Kleinkalibergewehren, nicht mit Luftgewehren.“ Wenige Tage nach Katze Susi traf es Kater Luke.

Das Geschoss landete in seinem Brustwirbel, von wo es chirurgisch entfernt wurde. Insgesamt vier der Hordeler Katzen sind seit dem Sommer 2013 spurlos verschwunden. Petra G. und ihr Mann Ralf vermuten einen Zusammenhang. Bereits mehrmals haben sie nachts einzelne Schüsse gehört. „Aus kurzer Distanz ist es möglich, mit diesen Geschossen ein Tier zu töten.“, bestätigt Tierarzt Dr. Schlömer. Die Polizei ermittelt nun wegen schweren Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Eine heiße Spur gibt es bisher nicht.

 
 

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