Über 3000 Menschen demonstrierten auf Anti-Atomkraft-Kundgebung in Bochum

Bei der Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz am Rathaus in Bochum versammelten sich mehr als 3000 Demonstranten. Sie bekundeten ihre Solidarität mit Japan und forderten einen sofortigen Atomausstieg. Foto: Karl Gatzmanga
Bei der Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz am Rathaus in Bochum versammelten sich mehr als 3000 Demonstranten. Sie bekundeten ihre Solidarität mit Japan und forderten einen sofortigen Atomausstieg. Foto: Karl Gatzmanga
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Klare Worte gegen die Atomkraft fanden die Redner auf der Kundgebung am Sonntag vor dem Rathaus in Bochum. Vor mehr als 3000 Teilnehmern auf dem Willy-Brandt-Platz forderten sie den sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft.

Bochum. Mehr als 3000 Menschen versammelten sich am Sonntagmittag auf dem Rathausvorplatz, um ihre Solidarität mit den Menschen in Japan zu zeigen und einen sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft zu fordern. Im Gegensatz zum Veranstalter sprach die Polizei von lediglich 1500 Teilnehmern.

Mit Transparenten, Fahnen und selbst gebastelten Plakaten setzten sich viele Kundgebungsteilnehmer oft mit ganz persönlichen Worten mit den Gefahren der Kernenergie auseinander. Als erste Rednerin bekannte Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz. „Es ist Zeit zum Umdenken. Wir müssen besser schneller als langsamer aussteigen.“ Wenig später zeigten die Menschen, wie laut und deutlich Stille sein kann, bei einer Gedenkminute für die Opfer der Katastrophe in Japan.

Dass Bochum über die Ruhr-Universität seit einigen Jahren Kontakte zu Fukushima unterhält, bewegte besonders. Denn bis vor ein paar Tagen befand sich noch eine Gruppe von Studierenden aus Bochum in dieser nur rund 60 Kilometer vom havarierten Atomkraftwerk in der Stadt. Sie seien, so die Oberbürgermeisterin, jedoch wohlbehalten zurück gekehrt.

Deutliche Worte der Redner

Sehr deutlich bezog der Superintendent des Ev. Kirchenkreises, Peter Scheffler, in seiner Ansprache Stellung: „Atomkraftwerke sind keine Brücke in eine risikoarme Energiezukunft.“ Er erinnerte daran, dass die Bochumer Synode bereits vor 25 Jahren als Reaktion zur Tschernobyl-Katastrophe einen deutlichen Ausstiegsbeschluss gefasst habe.

Als weitere Redner sprachen der NRW-Bezirksvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Andreas Meyer-Lauber und Dr. med. Ingo Bonde (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges). Bonde sprach von einer maßlosen Selbstüberschätzung der Menschheit, zu glauben, die Atomenergie kontrollieren zu können und: „Wir versäumen es erneut, die richtigen Konsequenzen zu ziehen. “

Am Rande der Kundgebung kündigte der Bochumer SPD-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Thomas Eiskirch eine persönliche Initiative an. „Ich möchte, dass die Stadtwerke prüfen, wie sie den Atomstrom schnellst möglich aus ihrem Stromangebot rausbekommen.“ Bereits am heutigen Montag will Eiskirch diesen Vorschlag auf der Vorstandssitzung seiner Partei einbringen.
Zur Anti-Atom-Mahnwache ruft das Bochumer Anti-Atomplenum für Montag, 21.3.2011, ab 18 Uhr am Hauptbahnhof auf. (Gegenüber dem Hbf am Ende der Huestraße).

 
 

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