U35-Station „Gesundheitscampus“ Bochum bleibt umstritten

So soll sie einmal aussehen: die U35-Haltestelle Gesundheitscampus.
So soll sie einmal aussehen: die U35-Haltestelle Gesundheitscampus.
Foto: Architektenbüro Banz & Rieks
In der U35-Haltestelle „Gesundheitscampus“ beginnt der Innenausbau. Ein schwerer Trafo wurde jetzt aus Spanien angeliefert. Aber Probleme bleiben.

Bochum..  Diese Baustelle sprengt den üblichen Rahmen: Sie ist mit mindestens 15,1 Millionen Euro sehr teuer, hat sich bereits um zwei Jahre verzögert, verengt jahrelang eine große Autostraße, sorgt für Zoff zwischen Bauherr und Baufirma – und wird auch noch von einigen Kritikern für überflüssig erklärt. Es geht um die neue U35-Haltestelle „Gesundheitscampus“. Jetzt sollen die Arbeiten aber endlich mehr Fahrt aufnehmen als bisher.

Die täglich vielen tausend Autofahrer, die sich auf nur einer Spur der Universitätsstraße an der Baustelle vorbeizwängen müssen, könnten denken, dass die Bauarbeiter im Urlaub sind. Dem ist aber nicht so, denn gearbeitet wird jetzt innerhalb der Haltestelle, die im Rohbau fertig ist. Am vorigen Donnerstag wurden mit einem Autokran ein 1,2 Tonnen schwerer Trafo angeliefert und eine ein Tonnen schwere Schaltanlage. Der Trafo kam aus Spanien; dort wurde das billigste Angebot gemacht.

Rolltreppen und gläserne Aufzüge

Elektro-Ingenieur Rolf-Jürgen Schnier erklärt: „Von der Bogestra wird ein 10 kV-Netz betrieben, das im Bahnhof mittels des Trafos auf 230/400 Volt transformiert wird.“ Am heutigen Montag sollen von einer Bochumer Elektrofirma die Kabelbahnen installiert werden.

Insgesamt gibt es im Innenausbau 44 Gewerke, die in den nächsten Monaten zum Zuge kommen. Schließlich ist die Haltestelle, wie Karl-Heinz Reikat vom Tiefbauamt sagt, „mehr als eine normale Straßenbahnhaltestelle“. Hinzu käme, dass es durch die Insellage mitten auf der Uni-Straße „eine schwierige Logistik“ gebe. Eingebaut werden bald zum Beispiel zwei Rolltreppen (800 000 Euro) und zwei gläserne Aufzüge (268 000 Euro). Neben der Betriebstechnik müssen auch so profane Dinge wie Beleuchtungen, Lüftung, Geländer, Verkleidungen und Sanitäranlagen für Reinigungen montiert werden. Eine Besonderheit ist das Dach aus Stahl und Holz. Es wird weiß sein – passend zum Thema Gesundheit.

Im Sommer 2015 sollte die Baustelle fertig sein. Jetzt geht Reikat von Sommer 2017 aus. Grund: die Unstimmigkeiten mit der Rohbau-Firma. Sie schwelen bis heute fort. Die Stadt als Bauherr sagt: Die Firma habe die Verzögerung verschuldet. Die Firma bestreitet dies. Es könnte sein, dass auf die Stadt wegen des Streits Mehrkosten zukommen. Anwälte sollen zumindest bis jetzt noch nicht eingeschaltet sein.

Die Haltestelle liegt nur 500 Meter bzw. 600 Meter Fahrstrecke von den Nachbar-Haltestellen Universitäts- bzw. Markstraße entfernt. Solche Distanzen sind locker zu Fuß zu schaffen, sagen die Kritiker der Haltestelle und sprechen von Geldverschwendung. Allerdings: Das Land als Hauptgeldgeber (85 Prozent, den Rest zahlt die Stadt) hat den Bau zur Bedingung dafür gemacht, dass der Gesundheitscampus nach Bochum kommt.

 
 

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