Treuhänder soll Feldmark-Quartier entwickeln

Bis zum Hauptfriedhof am Freigrafendamm soll die Quartiersentwicklung Feldmark (links) reichen. In etwa 18 Monaten könnte mit den Arbeiten begonnen werden.
Bis zum Hauptfriedhof am Freigrafendamm soll die Quartiersentwicklung Feldmark (links) reichen. In etwa 18 Monaten könnte mit den Arbeiten begonnen werden.
Foto: Hans Blossey
Verwaltung will bei der Stadtentwicklung neue Wege beschreiten. Ein Treuhänder für das Quartier Feldmark soll helfen, Kosten und Personal zu sparen.

Bochum.. Mit Hilfe eines Treuhänders will die Stadt die Entwicklung des Ostparks beschleunigen. Damit beschreitet sie einen neuen Weg bei der Bereitstellung von Infrastruktur und Stadtentwicklung. Der nach einer europaweiten Ausschreibung beauftragte Partner soll für das Quartier Feldmark die Erschließung, die Grünflächen sowie die Entwässerung vorfinanzieren und die Baugrundstücke vermarkten. Das Verfahren ist bundesweit bislang vor allem bei der Sanierung von Gebäuden oder Vierteln genutzt worden, so Eckart Kröck, Leiter des Stadtplanungs- und Bauordnungsamts, werde zunehmend aber auch bei der Quartiersentwicklung genutzt.

Einsparung von Personal

Der Vorteil dabei: Der städtische Haushalt wird nicht durch Kreditkosten belastet und – was wohl noch stärker wiegt – städtisches Personal wird nur in begrenztem Umfang benötigt, nämlich in der Planung und der Bauabnahme. Die Stadt könnte sich die Einstellung von neuem Personal sparen, die ansonsten unumgänglich wäre. Von Vorteil im Vergleich zur Vergabe an einen einzelnen Investor sei, die Stadt behielte einen großen Einfluss auf die Gesamtentwicklung. Nachteile könnten sich indes durch Schwierigkeiten bei der Ausschreibung oder Ausführung der Arbeiten ergeben, so Köck. Der Ausschuss für Strukturentwicklung hat die Pläne bereits gebilligt. Beschließen müsste sie der Rat im April.

Die Verwaltung schätzt die Kosten für die Entwicklung des Quartiers Feldmark auf etwa 14,6 Millionen Euro plus 1,2 bis 1,5 Millionen Euro für die Arbeit des Treuhänders, die nach Auskunft der Verwaltung in der Regel mit acht bis zehn Prozent der Projektkosten bemessen werden. Erlöse werden in einer Höhe von 19 Millionen Euro erwartet. Sollten sie geringer ausfallen, würde die Stadt für ein mögliches Defizit des Geschäfts geradestehen müssen. Dem Controlling während des gesamten Verfahrens käme daher eine große Bedeutung zu.

Baubeginn in 18 Monaten

In etwa 18 Monaten sollen die Arbeiten beginnen. Noch bis zum Sommer sollte das Ausschreibungsverfahren zur Suche eines Treuhänders auf den Weg gebracht sein. Bereits Ende 2016 könnte auf zwei städtischen Grundstücken an der Immanuel-Kant-Straße und an der Havkenscheider Straße mit dem Bau von jeweils zwei bis drei Mehrfamilienhäuser begonnen werden. Sie wären Teil eines „Sofortprogramms“, mit dem die Kommune ihr mittel- bis langfristig angelegtes Handlungskonzept Wohnen begleiten will. Dazu gehört auch eine verwaltungsinterne Veränderung. Seit kurzem ist die Antragstellung für die Wohnungsbauförderung beim Bauamt angesiedelt.

1000 Wohnungen vorgesehen

550 Wohnungen in unterschiedlichen Lagen und Preisklassen könnten nach Auskunft der Verwaltung in diesem Jahr in Bochum noch entstehen, für sie gibt es gültige Bebauungspläne. Weitere 550 Einheiten sollen in diesem Jahr noch auf dem Weg gebracht werden.

Wie groß der Bedarf an Wohnraum in den nächsten Jahren tatsächlich ist, das soll mit Hilfe eines externen Beraters bis Anfang 2017 ermittelt werden. Die Prognosen dafür gehen momentan noch weit auseinander. „Sie reichen von 2500 bis 8500 Wohnungen“, sagt Eckart Kröck. Der Regionalverband Ruhr etwa sage voraus, dass die über die Regionale Flächenentwicklung vorgesehenen 100 Hektar Bauland (Kröck: „Das würde etwa für 6000 Wohneinheiten reichen“) in der Stadt nicht genügen und prognostiziere einen Bedarf von zusätzlichen 20 bis 30 Prozent. Dazu müsste Grünland umgewandelt werden. Indes sei der Bedarf an Gewerbeflächen noch größer als an Flächen für den Wohnungsbau.

Im Ostpark, dem „Park des 21. Jahrhunderts“, wie es heißt, der sich, so Kröck, durch einen besonders hohen Nutzwert für die Anwohner auszeichnen soll, werden nach den neuerlich überarbeiteten Plänen insgesamt etwa 1000 Wohneinheiten binnen vermutlich zehn Jahren entstehen; allein 625 mit einer Bruttogeschossfläche von knapp 68 000 Quadratmetern im Quartier Feldmark, dem ersten Entwicklungsabschnitt.

Mit der Verwirklichung des Ostparks nutze die Stadt die Chance, nicht nur Wohnraum zu schaffen, sondern auch aktive Stadtentwicklung zu betreiben. Bereitgestellt werden soll Bauland für verschiedene Wohnformen und Gebäudetypen – aufgeteilt in die Bereiche Feldmark, Havkenscheider Park und Havkenscheider Höhe. Die Entwicklung dort wird befördert durch die jüngsten Bewegungen auf dem Wohnungsmarkt. Der Mietpreis für Neubauten ist von acht auf neun Euro gestiegen. Auch bei Bestandsbauten deute sich ein Anstieg der Mieten an, so der Amtsleiter.

 
 

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