Bochum

Tour-Sieger Geraint Thomas gewinnt auch Radrennen in Bochum

Sieger auch in Bochum: Tour-Gewinner Geraint Thomas.
Sieger auch in Bochum: Tour-Gewinner Geraint Thomas.
Foto: Kerstin Buchwieser

Bochum. Was bedeutet ein Tour-Sieg schon, wenn man den „König von Bochum“ schlägt? Eine Woche nach seinem Triumph bei der Frankreich –Rundfahrt hat Sky-Radprofi Geraint Thomas auch beim 21. Sparkassen-Giro in Bochum gewonnen.

Geraint Thomas gewinnt auch in Sparkassen-Giro in Bochum

„Es war ein hartes Rennen, ich habe eine Menge gelitten“, sagte der 32-jährige Waliser bei der Siegerehrung. „Die Stimmung war phantastisch.“ Zweiter wurde Katusha-Profi Rick Zabel vor dem viermaligen Sieger Marcel Sieberg. „Da sieht man, was Geraint Thomas für ein guter Fahrer ist“, sagte „König“ Sieberg.

Vor einer Woche hatte Geraint Thomas in Paris den größten Moment seiner Karriere gefeiert. Im geleisenden Juli-Abendlicht flatterte die walisische Fahne vor der Silhuette des Arc de Triomphe. Am Sonntag hieß es statt Champs-Elysée Südring, statt Prachtboulevard nun Partymeile Massenbergstraße inklusive Live-Schlagermusik -- und nach einem packenden 80 Kilometer langen Rennen: ein riesiges Glas Pils statt Champagner: Schmeckt, schien die Miene von Thomas zu sagen. Die zigtausend Zuschauer applaudierten dem Prinzen von Bochum.

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Nach Jan Ullrich, Lance Armstrong und Cadel Evans ist Geraint Thomas der vierte Tour-Sieger, der in Bochum startete. „Wir haben gekämpft wie die Löwen“, sagte Giro-Organisator Sven Claußmeyer. „Wir haben es quasi mit der ganzen Welt aufgenommen. Thomas könnte überall starten, aber er ist hier.“ Man habe ihn schon in der Vergangenheit haben wollen. Am Ende, sagt Claußmeyer, sei es nicht mehr ums Geld gegangen. „wir konnten ihn überzeugen“.

Sven Claußmeyer, heiser von der Organisationsarbeit, holte ein Handy heraus und zeigte ein Foto aus dem Jahr 2005. Damals startete Thomas mit Mark Cavendish bei einem Zweiermannschaftsfahren in Bochum auf der Bahn. Thomas gewann danach unter anderen zwei olympische Gold-Medaillen mit der britischen Mannschaft. „Er ist ein total feiner Kerl, der nicht nur durch die Tour bekannt geworden ist.“, sagt Claußmeyer.

„Die Bahnschule ist eine gute für das Straßenfahren“, sagte Maximilian Levy dieser Redaktion. Der Keirin-Europameister aus Berlin startete selbst in Bochum bei der Disziplin Track-Sprint-Challenge und spendete einen Teil seiner Antrittsgage der schwer gestürzten Kristina Vogel. Zudem wurde ein handsigniertes Trikot von Thomas zu diesem Zweck versteigert.

„Man lernt auf der Bahn Tempoarbeit, im Feld gleichmäßig zu fahren. Das hilft auch in den Bergen“, sagt Levy. Genau dort also, wo Thomas vor mehr als einer Woche endgültig klar machte, dass er bei dieser Tour besser ist als sein Kapitän Chris Froome. Erst nach der letzten Pyrenäen-Etappe hatte der eigentliche Kapitän Froome, viermaliger Sieger der Tour de France, öffentlich alle Unterstützung zugesichert.

Für Marcel Sieberg war das Ergebnis keine Überraschung mehr. „Wenn man so viel Vorsprung hat, ist das völlig klar. Die beiden verstehen sich ja auch gut“, sagte der Castrop-Rauxeler am Rande des Rennens. Sieberg musste mit seinem Lotto-Teamkollegen André Greipel in den Alpen in den Besenwagen steigen. Ein bitterer Tag, eine bittere Tour. Eine Woche nach dem Ende der Tour erlebte er wortwörtlich die Sonnenseiten des Radsports: Beim Giro ist der 36-Jährige ein Publikumsliebling. Ihm gebührte, mit Thomas vor dem Start eine Ehrenrunde im Cabrio zu drehen. „Für ihn ist das hier alles etwas fremd. Er ist schon etwas nervös““, sagte Sieberg vor dem Start. Er hatte ihn auch vom Hotel zum Start begleitet. An einem Streckenübergang mussten beide warten, weil das Frauen-Rennen lief. Thomas nutzte die Zeit, um Autogramme zu schreiben. „Er ist ein lockerer Typ“, sagt Sieberg. Einer, der am Sonntag wie selbstverständlich über dem Gelben Trikot das Giro-Trikot trägt.

 
 

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