Polizist „Toto“ mit merkwürdiger Rede bei Truckertreffen: „Minarette, Synagogen, linke Zecken“

Torsten „Toto“ Heim hat mit einer Rede, die bei Facebook kursiert, für Aufregung gesorgt.
Torsten „Toto“ Heim hat mit einer Rede, die bei Facebook kursiert, für Aufregung gesorgt.
Foto: imago images / Horst Galuschka

Bochum/Breitungen. Torsten „Toto“ Heim kennen die meisten Fernsehzuschauer aus der Sat.1-Reportage-Reihe „24 Stunden Toto & Harry - Die Zwei vom Polizeirevier“. Mit markigen Sätzen ist der Polizeikommissar bisher nur im TV aufgefallen.

Jetzt kursiert ein Video bei Facebook, das bereits tausendfach geteilt wurde. Dort steht Toto auf einer Bühne bei einem Truckertreffen in Breitungen (Thüringen). „Wir bauen Minarette, wir bauen Synagogen und so weiter und sofort“, setzt Heim in dem Clip an, der mitten in seiner Rede startet.

Polizist „Toto“ mit Rede bei Truckertreffen

Weiter sagt er: „Wer sich hier nicht benehmen kann und Straftaten begeht gegen andere Mitmenschen, der muss eigentlich wieder zurück in sein Land.“ In welchem Zusammenhang Moscheen und Synagogen mit der Rückführung in Heimatländer bei Straffälligkeit stehen, wird nicht klar.

In Stammtischmanier fährt er fort: „Genauso wie es dir passiert, wenn du Deutscher bist in nem anderen Land und beklaust die Leute oder packst die oder begehst Straftaten, dann kommste wieder zurück. Wir sind eigentlich zu weich.“

Der Moderator neben ihm wirft ein: „Zu liberal.“ Toto nimmt das so hin und redet weiter: „Das ist einfach so. Es wird halt nicht gleich behandelt, das fällt den meisten Leuten ja auf. Leute könnten nicht von außerhalb kommen und hier Geld abkassieren, das ist meine persönliche Meinung.“

Dann nimmt er Bezug auf seinen eigenen Arbeitsalltag als Polizist: „Ich fühl mich manchmal belogen und betrogen, gerade als Polizeibeamter, der sich 30 Jahre mit linken Zecken rumärgern muss, aber das ist halb so wild. Sobald einer bisschen deutsch sagt, ist man direkt rechtsradikal. Daran gehe ich kaputt“, sagt er zum Schluss.

Im Publikum wird ein bisschen applaudiert.

Eigentlich war Toto vor Ort, um für eine Spendenaktion Werbung zu machen: Er setzt sich für Kinderhospize ein. Warum er plötzlich diese eigenartige Rede gehalten hat, ist unklar. Für eine Stellungnahme war Toto am Mittwoch zunächst nicht zu erreichen.

>> Hier das ganze Video:

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„Ich gehe gern zum Griechen und gern zum Türken“

Gegenüber der Rheinischen Post hat Toto nun Stellung bezogen. Er erklärt noch einmal, dass er die Veranstaltung am Sonntag als Botschafter des Vereins Kinderhospiz Mitteldeutschland besucht habe. Seine Position im Video behält er bei: „Die Leute haben Angst, ihre Meinung zu sagen, weil sie direkt in die rechte Ecke gestellt werden.“

Er selber möchte aber nicht in eine Ecke mit der AfD gestellt werden. Gegen Ausländer habe er ebenfalls nichts. „Ich gehe gern zum Griechen und gern zum Türken, ich habe viele Freunde und Kollegen, die ausländische Wurzeln haben, und bin mit ihnen aufgewachsen“, so der gebürtige Hildener.

Vielmehr wünsche er sich von der Politik, dass „nicht immer nur um den heißen Brei herum“ geredet wird. Er halte Linksextremismus für genauso schlecht wie Rechtsextremismus. „Ich weiß nicht, welche Gruppe größer ist, aber das linke Spektrum ist augenscheinlich gesellschaftsfähiger.“

Polizisten unterliegen Mäßigungsgebot

Torsten Heim arbeitet bei der Polizei Bochum: Was sagt die zu dem Video?

Die Polizei Bochum hat Kenntnis vom dem Clip. Nun müsse geprüft werden, ob Heim gegen das Mäßigungsgebot verstoßen habe, so Sprecher Frank Lemanis. „Man muss darauf achten, was man als Polizeibeamter in der Öffentlichkeit sagt“, erklärt Lemanis. Ein Polizist habe eine Vorbildfunktion, er müsse sich mit politischen Äußerungen zurückhalten.

Natürlich gelte auch für Beamte die freie Meinungsäußerung. Wird diese überschritten, droht eine Ermahnung, eine Geldstrafe oder gar eine Umsetzung. Inwieweit die Aussagen strafrechtlich relevant sind, müsste dann die Staatsanwaltschaft klären. Bisher sei allerdings noch keine Strafanzeige geschrieben.

 
 

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