Tierschützerin aus Bochum gründet Verein Flauschmenschen

Babette Wenzel mit dem Bullen Dexter auf seinem jetzigen „Lebenshof“ in Fulda. Foto: Jens Grümmer
Babette Wenzel mit dem Bullen Dexter auf seinem jetzigen „Lebenshof“ in Fulda. Foto: Jens Grümmer
Die Bochumer Tierschützer Babette Wenzel hat den Verein „Flauschmenschen“ gegründet um Tiere in akuten Notlagen zu helfen. Zum Beispiel einem jungen Bullen.

Bochum.. „Ich bin überwältigt. Es erfüllt mich. Ich kann nicht sagen, wie sinnvoll ich das finde, was ich mache. Das macht einen so zufrieden.“

Das sagte gestern die Bochumer Tierschützerin Babette Wenzel in einem Gespräch mit der WAZ. Sie hat vor einigen Tagen den Verein „Flauschmenschen“ gegründet. Der Zweck: „Unterstützung verschiedener Tierschutzprojekte und -Organisationen.“ Es sollen Geld- und Sachspenden gesammelt werden und selbst angefertigte Handarbeiten verkauft werden – alles zum Wohl notleidender Tiere.

Babette Wenzel engagiert sich schon länger für Tiere in Not und opfert viel Zeit und Energie. Vor einem Jahr fuhr die Mitarbeiterin eines Motorsportgeschäfts mit einem gesponserten Lkw nach Rumänien, um sich dort um 40 herrenlose Straßenhunde in einer Auffangstation zu kümmern. Der Hilfstransport war vollgepackt mit Futter und Tierzubehör. Die Spenden, darunter sogar Geldbeträge, hatten sie und ihr Ehemann über die Internetplattform Facebook eingesammelt. Die Resonanz war enorm, weit über Bochum hinaus. „Das hat sich entwickelt wie wahnsinnig“, hieß es damals.

Seither hat Babette Wenzel mehrere weitere Hilfsprojekte organisiert. „Die heftigste Aktion war der Freikauf eines Bullen vom Viehhändler.“ Um das zweijährige Tier aus dem Schwarzwald vor dem Schlachtermesser zu retten, sammelte sie in einem Facebook-Aufruf binnen drei Tagen 800 Euro ein. „Ein Wahnsinn“, sagt Babette Wenzel, die selbst in den Schwarzwald gefahren war. Mit dem Geld kaufte sie dem Viehhändler das schon todgeweihte Tier ab und brachte es zu treuen Händen auf einen Bauernhof. Aber auch dort soll überraschend eine Schlachtung gedroht haben. Mit einem Tierschutzverein wurde der Jungbulle – er heißt Dexter – ein zweites Mal gerettet und in sichere Hände auf einen „Lebenshof“ nach Fulda gebracht, wo er bis heute lebt. „Er ist zweimal dem Tod von der Schüppe gesprungen.“

Außer Dexter half die Tierfreundin auch einer rumänischen Straßenhündin namens Bianca mit der Finanzierung eines Hunde-Rollis, bei dem Bau einer Kastrationsklinik für streunende Hunde in Bukarest sowie bei einem Transport von ausgedienten Hundehütten nach Spanien zum Schutz vor Sonne und Regen – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Insgesamt haben bereits mindestens 150 Menschen, darunter völlig fremde, für die Arbeit von Babette Wenzel gespendet.

Sie will das Geld nicht nur in eine Organisation stecken, „sondern breit streuen“. Ihr neuer Verein wird ihr dabei die Arbeit erleichtern. Bisher gibt es neun Mitglieder.

 

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