Tiemeyer-Gruppe setzt ihren Wachstumskurs fort

Weiter auf Erfolgskurs steuert Heinz-Dieter Tiemeyer (v.) mit seinem Unternehmen.
Weiter auf Erfolgskurs steuert Heinz-Dieter Tiemeyer (v.) mit seinem Unternehmen.
Foto: WAZ
Der Umsatz der Tiemeyer-Gruppe stieg 2014 um 18 Prozent auf 382 Millionen Euro. 18.424 Autos wurden verkauft. Im Mai kommt ein weiterer Standort hinzu.

Bochum.. Sein Unternehmen wächst und wächst und wächst – im vergangenen Jahr um die Aufnahme der Marke Seat ins bisher auf Modelle der Marken VW und Audi beschränkte Angebot, um eine Mehrheitsbeteiligung am WH Autozentrum Witten und Hattingen und vor allem um das Volkswagen-Zentrum in Duisburg-Obermeiderich. Es beschert dem Inhaber und Geschäftsführer der Tiemeyer-Gruppe einen neuerlichen Rekordumsatz, der im vergangenen Jahr um satte 18 Prozent auf 382 Millionen stieg. Und für Anfang Mai kündigt Heinz-Dieter Tiemeyer die Übernahme eines weiteren Autohauses an, der Wachstumskurs im Ruhrgebiet werde fortgesetzt. „Die Zeichen stehen weiter auf Expansion“, so Tiemeyer.

Aber Größe allein ist für den 54-jährigen Chef des Unternehmens, das auch nach seiner Umwandlung in eine Aktiengesellschaft immer noch im alleinigen Familienbesitz ist, keine notwendige Größe an sich. Sie ist viel mehr offenkundig eine Notwendigkeit, um sich auf Dauer am Markt zu behaupten. „Das Wachstum war nötig“, sagt er über die rasante Entwicklung in den vergangenen Jahren. Ähnlich wie etwa in der Lebensmittelbranche gibt es auch bei den Autohändler eine spürbare Konzentrationstendenz – wenn auch noch nicht so deutlich ausgeprägt. So plane etwa Audi in Zukunft mit nicht mehr als 100 Händlern in Deutschland zusammen zu arbeiten – an wie vielen Standorten auch immer. Und die Tiemeyer-Gruppe, die zur Top Ten der Premiumpartner des Ingolstädter Autoherstellers gehört, will ebenso wie bei den anderen Marken unter dem Dach des VW-Konzerns dazu gehören.

Fortsetzung der positiven Entwicklung erwartet

Dabei setzt das 1953 im Stadtteil Werne gegründete Autohaus weiterhin konsequent auf das Ruhrgebiet und untermauert seine Identifikation besonders auch an den neuen Standorten. Erst vor einigen Wochen stieg die Tiemeyer-Gruppe als Trikotsponsor beim Drittligisten MSV Duisburg ein. Partner ist sie auch von Erstligist FC Schalke 04, von Zweitligist VfL Bochum, der Bochumer Symphoniker oder der Zoom-Erlebniswelt in Gelsenkirchen. In Sachen Marketing setzt sie konsequent auf Partner mit hoher emotionaler Relevanz.

Das wirkt sich positiv auf die nüchternen Zahlen aus. Die aktuellen Kennwerte sind bemerkenswert. Verkauft hat die Tiemeyer-Gruppe an ihren mittlerweile elf Standorten im vergangenen Jahr insgesamt 18.424 Fahrzeuge – 6200 neue und 12.224 gebrauchte. Sie schwimmt dabei auf einer Welle mit den Rekordergebnissen, die VW und Audi 2014 eingefahren haben. Und damit nicht genug. Der Start ins neue Geschäftsjahr sei erneut mit Rekorden verbunden. Der Auftragseingang liege bei einem Plus von elf Prozent. Tiemeyer: „Wir erwarten eine Fortsetzung der positiven Absatz- und Umsatzentwicklung.

Mitarbeiter sind entscheidend

Beschäftigt in der Tiemeyer-Gruppe sind mittlerweile 750 Frauen und Männer, darunter 107 Auszubildende. 225 Mitarbeiter zählt die Belegschaft in den Bochumer Autohäusern und in der Verwaltung. Weitere werden noch Anfang Mai hinzukommen, wenn die Gruppe um ein weiteres, noch nicht genanntes Haus im Ruhrgebiet erweitert wird. Nach Investitionen von 8,5 Millionen Euro in den vergangenen Jahren soll außerdem noch in diesem Jahr an der Porsche-Straße, wo die neue Seat-Vertretung momentan in einem Zelt untergebracht ist, ein neues Gebäude errichtet werden, so Geschäftsführer Michael Evers.

Das Personal ist aus Sicht von Inhaber Heinz-Dieter Tiemeyer die größte Herausforderung, vor der das Unternehmen in den nächsten Jahren steht. „Die Entwicklung der gesamten Branche entscheidet sich an der Auswahl, der Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter“, ist der 54-Jährige überzeugt.

Vor diesem Hintergrund sei auch die Einführung einer eigenen Tiemeyer-Klasse am Wirtschaftskolleg Bochum zu verstehen. Diese private Ausbildung „soll helfen, dem Fachkräftemangel erfolgreich zu begegnen“. Schon nach dem ersten halben Jahr seien positive Ergebnisse zu verzeichnen. „Wir hoffen so dauerhaft die Qualität der Ausbildung zu heben.“

 
 

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