Themenwoche „Jüdisches Leben“

Sommerfest der Jüdischen Gemeinde auf dem Platz vor der Synagoge. Foto: Claudia Schütte
Sommerfest der Jüdischen Gemeinde auf dem Platz vor der Synagoge. Foto: Claudia Schütte
Foto: WAZ FotoPool

Bochum.  „Angekommen in der jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen“ ist das Motto der Themenwoche „Jüdisches Leben“, die das Zentrum für Stadtgeschichte (ZfS) vom 17. bis 19. August veranstaltet.

„Wir wollen damit weiter zum gegenseitigen Verständnis und Kennenlernen beitragen“, so ZfS-Leiterin Dr. Ingrid Wölk. Zu Beginn steht am Dienstag, 17. August, um 18 Uhr eine Führung durch die Abteilung „Fremd gemacht“ der aktuell im ZfS, Wittener Straße 47, gezeigten Schau „Bochum - das fremde und das eigene“. Um 18.30 Uhr wird „Angekommen?! Lebenswege jüdischer Einwanderer“ eröffnet; eine Wanderausstellung des Jüdischen Museums Westfalen, die später nach Berlin weiterziehen wird.

24 Lebensgeschichten

Seit 1990 wachsen die Mitgliederzahlen der jüdischen Gemeinden nicht nur im Ruhrgebiet. Im Zuge dieser Zuwanderungswelle entstanden neue Synagogen, kam es aber auch zu Streitigkeiten zwischen alten und neuen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde. Denn schließlich gibt es keine einheitliche jüdische Kultur. Wer sind die Einwanderer eigentlich? Was hat sie bewogen, nach Deutschland zu kommen? Welche Erfahrungen haben sie gemacht? Anhand von 24 Lebensgeschichten gibt die Ausstellung der jüdischen Zuwanderung konkrete Gesichter.

Über die Bochumer „Judenhäuser“

Die Themenwoche wird am Mittwoch, 18. August, mit einer Lesung von Dr. Hubert Schneider (Verein „Erinnern für die Zukunft“) fortgesetzt. Der Bochumer Wissenschaftler, auf den zahllose Veröffentlichungen zur Geschichte der Bochumer Juden zurückgehen, stellt sein neues Buch „Die Entjudung des Wohnraumes“ vor. Darin legt Schneider Zeugnis ab über die vergessenen Geschichte der „Judenhäuser“ und ihrer Bewohner. In Bochum, wie in allen großen Städten des Deutschen Reiches, wurden seit 1939 jüdische Mitbürger gewaltsam aus ihren Wohnungen vertrieben, und in sog. „Judenhäusern“ zwangsumgesiedelt.

Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft

Der Brückenschlag von der schrecklichen deutsch-jüdischen Vergangenheit zur hoffentlich besseren gemeinsamen Zukunft wird am Donnerstag, 19. August, versucht. Um 18 Uhr beginnt im ZfS eine Talkrunde mit jungen Mitgliedern der hiesigen jüdischen Gemeinde; die Jugendlichen im Alter von 12 bis 23 Jahren sind zum Teil in Bochum geboren und schildern ihre Lebenswelt. Im Anschluss wird ein Film über „Junge Juden in Deutschland“ gezeigt.

 
 

EURE FAVORITEN