Themenroute bleibt Bochums Industriekultur auf der Spur

Jürgen Boebers-Süßmann
Das Eisenbahnmuseum Dahlhausen ist Teil der Route der Industriekultur.
Das Eisenbahnmuseum Dahlhausen ist Teil der Route der Industriekultur.
Foto: WAZ FotoPool
„Bochum – Industriekultur im Herzen des Reviers“ heißt die aktuellste Themenroute des Regionalverbands Ruhr (RVR). Konzipiert hat sie der bekannte Bochumer Historiker Dr. Dietmar Bleidick.

Bochum.  Die Bochumer ist die bereits 27. Themenroute des RVR; ein 400 Kilometer langer Straßen-Rundkurs erschließt sämtliche Attraktionen. Das Netz umfasst zudem etwa 700 Kilometer Radweg. Nun also gibt es speziell eine „Führung“ ausschließlich zu Bochumer Zielen.

Das Spektrum ist vielseitig: Es reicht von Werksteilen bzw. Folgebetrieben des Bochumer Vereins über ehemalige Zechen, Arbeitersiedlungen, Bahnhöfe bzw. Bahnanlagen bis zu Kirchen und Brauereien. Der Weg führt auch zu produzierenden Traditionsfirmen wie Dr. C. Otto Feuerfest, Eickhoff und Heintzmann.

Deutlich wird: Das Spektrum industriekultureller Standorte ist trotz des Jahrzehnte währenden Umbruchs beeindruckend. Die Jahrhunderthalle – der industriekulturelle „Leuchtturm“ Bochums – ist Ausgangspunkt der Themenroute. Bleidick hat eine repräsentative Auswahl der interessantesten Objekte getroffen, naturgemäß ohne den Anspruch an eine auch nur annähernde Vollzähligkeit.

Denkmalgeschützte Kleinsiedlung

Die einzelnen Stationen sind mit Bilder versehen und mit Informationen verknüpft. Dabei erfährt man etwa, dass der Weitmarer Wasserhochbehälter – heute die Heimat des Deutschen Forums für Figurentheater und Puppenspielkunst – als Kombination aus Wasserturm und Wohn- bzw. Betriebsräumen gebaut wurde: Eine Sonderform, von der in Deutschland nur wenige Exemplare entstanden. Oder dass sich in der einst für die Belegschaft der Zeche Hannover erbauten, denkmalgeschützten Kleinsiedlung „Am Rübenkamp“ in Hordel ein Haus sich im Originalzustand von 1890/91 befindet.

Fundierte Informationen

Die fundierten Infos liefert Dietmar Bleidick, ein ausgewiesener Kenner der Ruhrgebiets-Geschichte. Der Bochumer war wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Technikgeschichte der Ruhr-Universität (Prof. Dr. Wolfhard Weber) und arbeitet aktuell als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Thyssen-Krupp-Konzernarchiv und als Leiter des Historischen Archivs von BP/Aral.