Theaterstück widmet sich dem Thema Plastikmüll

Jürgen Boebers-Süßmann
Maria Traumann als Nalu, dem Mädchen, das in einer Welt aus Plastik lebt.
Maria Traumann als Nalu, dem Mädchen, das in einer Welt aus Plastik lebt.
Foto: Diana Küster
  • „Nalu und das Polymeer“ hat am 1. Oktober im Theater Unten Premiere.
  • Martina van Boxen hat ihr Stück als Musiktheater für Kinder ab 10 Jahren eingerichtet.
  • Live-Musik und erzählende Elemente werden von drei Schauspielern gestaltet.

Bochum. Um ein Thema, das weltweit auf den Nägeln brennt, geht es in „Nalu und das Polymeer“, der neuen Produktion des Jungen Schauspielhauses, die am Wochenende Premiere hat: Umweltverschmutzung, speziell Plastikmüll. Martina van Boxen hat das Musiktheater für Kinder ab 10 Jahren eingerichtet und das Stück auch selbst geschrieben.

Stück spielt auf einer Insel im Ozean

Die Leiterin des Jungen Schauspielhauses hat immer wieder Themen gewählt, die nicht „einfach“ sind, die Fragen stellen und Jugendliche zum Nachdenken anregen sollen, man denke an „Hikikomori“ oder „Norway Today“. Nun also geht es um den Müll. „Selbst wenn man sich nur oberflächlich mit dem Thema beschäftigt, kann es einen erschrecken. Und je mehr man sich damit befasst, desto schlimmer wird es“, sagt van Boxen angesichts von überquellenden Müllhalden, Kindern, die im Müll hausen müssen, und der Plastikmüll-Teppiche, die auf den Ozeanen treiben, groß wie ganze Länder.

Aus diesen realen Zutaten hat van Boxen ihr Stück gefasst, wobei der Titel „Nalu und das Polymeer“ schon aufs Thema anspielt – synthetische Polymere sind Industrie-Stoffe wie Polyethylen, Polystyrol, PVC. Es geht um das Mädchen Nalu, das im Meer auf einer Insel lebt. Jeden Tag taucht sie, um das lebensnotwendige „Pi“ herauf zu holen: Davon ernähren sich die Inselbewohner, daraus stellen sie ihre Kleidung und ihre Häuser her. Doch Nalu kommt immer öfter mit leeren Händen zurück. Und die Insel, ebenfalls aus Pi, beginnt langsam zu schrumpfen. Da entdeckt Nalu im Meer etwas, das sie noch nie zuvor gesehen hat. Etwas, das nicht Pi ist...

Umweltkatastrophe als Ausgangspunkt

Viel mehr will die Autorin/Regisseurin um der Überraschung willen nicht verraten, nur soviel: „Pi“ steht für all das Plastik, das die kleine Nalu sammelt, sie lebt inmitten von Plastik und kann sich eine Welt ohne zunächst nicht vorstellen. „Ich gehe der Frage nach, was wäre, wenn eine Umweltkatastrophe unseren Planeten derart verändert hätte, dass Plastik der einzige Rohstoff wäre, mit dem sich die Menschen ihr Überleben sichern können“, so van Boxen.

Die Geschichte wird gespielt, erzählt, musikalisiert und mit Filmausschnitten aus unserer vermüllten Wirklichkeit angereichert. Die Schauspieler Michael Habelitz, Manuel Loos und Maria Trautmann sind gleichzeitig Musiker, wobei die atmosphärische Musik eine Art Eigenleben entwickelt, die die Botschaft von „Nalu“ akustisch illustriert. Die Botschaft – ohne erhobenen Zeigefinger – ist: weniger Plastik zu verbrauchen als wir alle es immer noch gedankenlos tun. Damit die Ausgangslage von „Nalu und das Polymeer“ nicht eines Tages doch Wirklichkeit wird.

Termine & Tickets

Uraufführung am 1.10. im Theater Unten (ausverkauft). Termine: 3., 13. , 16. Oktober. Aufführungsdauer 1 Stunde, Karten 0234 / 3333-55555