Tausende beteiligen sich an Schweigeminute

Michael Weeke
Viele Menschen versammelten sich vor dem Rathaus in der Innenstadt.
Viele Menschen versammelten sich vor dem Rathaus in der Innenstadt.
Foto: FUNKE Foto Services
Für einen Moment ruhte am Montag das sonst so betriebsame Leben in der Innenstadt. Sogar Busse und Bahnen der Bogestra hielten an etlichen Haltestellen und setzten erst nach einer Pause die Fahrt fort.

Bochum. Einige Tausend Menschen beteiligten sich am Montag um Punkt 12 Uhr an der von den europäischen Regierungschefs angeregten Schweigeminute anlässlich der Attentate von Paris. Als die Glocke der Christuskirche, der Propsteikirche und der Pauluskirche läuteten, ruhte das sonst so betriebsame Leben in der Innenstadt. Allein aus dem Rathaus und den angrenzenden Verwaltungsbehörden strömten weit über 1000 Menschen aus ihren Büros, viele Passanten schlossen sich an. Einige Menschen hatten Kerzen mitgebracht, die sie im Gedenken an die Todesopfer und Verletzten entzündeten.

Auch der Busverkehr stockte. Zwar konnte die Bogestra aufgrund der Verkehrssituation nicht alle Fahrzeuge anhalten. Doch überall, wo sich Fahrzeuge gerade an Haltestellen befanden, blieben Busse oder Bahnen für einen Moment des Innehaltens stehen. Beteiligt haben sich auch die Mitarbeiter der Stadtwerke. Sie versammelten sich im Atrium des Verwaltungsgebäudes am Ostring während eine Wand in den französischen Nationalfarben beleuchtet wurde.

Ein öffentliches Zeichen setzen

Diese Lichtinstallation soll dort für einige Tage beibehalten werden. Mitarbeiter aus verschiedenen öffentlichen Einrichtungen, so auch des Schauspielhauses, setzten ebenfalls ein deutliches Zeichen der Stille und ließen für einige Minuten die Arbeit ruhen. Vor dem Rathaus äußerste sich Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD), der sich mit der kompletten Stadtspitze an der Schweigeminute beteiligte. Angesichts des Terrors sei es gerade wichtig, „ein öffentliches Zeichen zu setzen“.

Für acht in einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen Bochumer Moscheen, die für rund 7000 Moslems in der Stadt als Orte des Gebetes dienen, sagte deren Sprecher Talha Kali: „Alle Bochumer Moscheen stehen den Muslimen mit Rat und Tat zur Seite, um der Ideologie dieser Terroristen den Weg zu versperren.“ Allerdings seien bereits einige muslimische Mitbürger, vor allem Mädchen mit Kopftüchern, auf offener Straße beleidigt worden.