Tausende Bäume wurden Opfer des Sturmes in Bochum

Mitglieder des Krisenstabes, darunter Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (Mitte) und (rechts neben ihr) Feuerwehrmann Gottfried Wingler-Scholz.
Mitglieder des Krisenstabes, darunter Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (Mitte) und (rechts neben ihr) Feuerwehrmann Gottfried Wingler-Scholz.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Mehr als 1000 Helfer arbeiten nach dem Orkan mehr als 2000 Schadensmeldungen ab. Die Schulen werden schon am Dienstag fast komplett wieder geöffnet. Grünanlagen bleiben jedoch weiterhin gesperrt. Die Feuerwehr berichtet unterdessen von einer Anzeige gegen einen THW-Helfer wegen Ruhestörung.

Bochum.. Der Orkan am Pfingstmontag hat zwischen 5000 und 10.000 Bäume in Bochum schwer beschädigt oder entwurzelt. Das schätzte am Montag die Stadt. Inzwischen sind bei der Feuerwehr wegen des Sturms mehr als 2000 Schadensmeldungen eingegangen. Zwar waren in der vorigen Woche bis zu 870 Einsatzkräfte gleichzeitig unterwegs (darunter viele Ehrenamtliche), um Barrieren beiseitezuschaffen und Schäden zu reparieren.

Doch wegen der Masse konnte auch bis heute längst nicht alles erledigt werden. Der Krisenstab, in dem unter der operativen Leitung von Feuerwehrmann Gottfried Wingler-Scholz bis zu 25 Fachleute der Behör den saßen, bittet die Bürger deshalb um Geduld. Denn die Aufräumarbeiten dauern noch eine unbestimmte Zeit an.

Rund zehn Schulen teilweise geschlossen

Ein Beispiel sind die Freibäder Südfeldmark und Werne sowie alle Freibadbereiche der Hallenfreibäder, die bis auf Weiteres wegen „erheblicher Baumschäden“ geschlossen sind. Allein im Bad in Höntrop müssen 33 Bäume gefällt werden. 180 sind es allein auf Sportplätzen. „Eine Riesenaufgabe, die vor uns liegt“, sagt Amtsleiter Klaus Retsch.

Weiterhin geschlossen sind am Dienstag (17.6.) auch rund zehn Schulen, zumindest teilweise. Am Mittwoch (18.6.) sollen aber alle Schulen wieder geöffnet sein. Gesperrt bleiben alle 24 städtischen Friedhöfe; weiterhin sind nur Beerdigungen erlaubt. Dort und in den Grünanlagen und Parks, die ebenfalls weiterhin nicht betreten werden dürfen („mehrere Wochen“), hatte der Orkan ganz besonders gewütet. Vor allem Bäume mit ausladender Krone wie Platanen, Linden und Zuckerahorne sind angeknackst oder umgestürzt.

Die Stadt untersucht nun jedes einzelne Exemplar und äußert den „dringenden Appell“, die Grünanlagen wegen Lebensgefahr zu meiden, auch um die Baumarbeiten nicht zu stören. Wohl zwei bis drei Jahre werde es dauern, bis die Spuren des Sturmes verschwunden seien.

USB setzt wieder Kehrmaschinen ein

Der USB will bis zum morgigen Mittwoch alle sturmbedingten Verzögerungen bei der Müllabfuhr wieder fertig nachgearbeitet haben. Bereits am Montag konnten erstmals wieder seit Pfingsten Kehrmaschinen eingesetzt werden. Es werde aber „noch Wochen dauern“, bis man in jede kleine Straße hineingekommen sei, so der USB.

Bei den Wochenmärkten sieht es besser aus. Sie sollen in dieser Wochen wie geplant stattfinden.

Die insgesamt mehr als 1000 Sturm-Helfer haben teilweise bis zur Erschöpfung gearbeitet, in 12-Stunden-Schichten, auch am Samstag. Trotzdem wurde dies nicht immer gewürdigt. Ein THW-Helfer wurde wegen Ruhestörung angezeigt, weil er mit einer Motorsäge Sturmschäden beseitigte. Außerdem hat laut Feuerwehr ein Rechtsanwalt eine Dienstaufsichtsbeschwerde verfasst (mit Fristsetzung), weil das THW ein Toilettenhäuschen verrückt haben soll.

Sturmholz, so es ungefährlich zu entsorgen ist, können Bürger an der ehemaligen Stadt-Baumschule an der Feldmark abgeben (bis Mittwoch 8 bis 18 Uhr, am Freitag und Samstag von 8 bis 13.30 Uhr). Aber: Normalen Grünschnitt wie etwa Rasenmahd bitte wie gewohnt bei den Wertstoffhöfen abgeben. Dies gilt auch für andere Reststoffe.

 

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