Tatort-Star Dietmar Bär kehrt ans Schauspielhaus in Bochum zurück

Jürgen Boebers-Süßmann
Szenenbild aus „Vor Sonnenaufgang“: Dietmar Bär (Hoffmann) und Xenia Snagowski (Helene)
Szenenbild aus „Vor Sonnenaufgang“: Dietmar Bär (Hoffmann) und Xenia Snagowski (Helene)
Foto: Küster
Als Tatortkommissar Freddy Schenk machte sich Dietmar Bär einen Namen. Nun kehrt der 52-Jährige auf die Theaterbühne zurück. Ab dem 7. Juni wird der gebürtige Dortmunder am Bochumer Schauspielhaus den "Theobald Maske" in Sternheims Stück "Heldenleben" spielen.

Bochum. Dietmar Bär ist vor allem als Kommissar Schenk aus dem „Tatort“ bekannt. Aber der Ex-Bochumer hat auch einen Hang zur Bühne. Am 7. Juni schultert Bär mit Sternheims „Heldenleben“ (Regie Anselm Weber) schon seine dritte Produktion am Schauspielhaus.

Manche Schauspieler, die im und mit dem Fernsehen populär geworden sind, bleiben bei dem Medium hängen. Denn der Sprung zurück auf die Bühne ist für jemanden, der ausschließlich vor der Kamera agiert, nicht einfach – handelt es sich doch um zwei Schauspiel-Sphären, die nicht nur wegen der komplett verschiedenen Gefühlsintensitäten bei der Rollengestaltung weit auseinanderliegen. Insofern birgt der Weg vom TV zurück zum Theater immer auch ein Risiko. Dietmar Bär hat ihn in Bochum gewagt.

Gebrochene Charaktere

Der populäre Schauspieler ist vor allem in seiner Rolle als „Tatort“-Kommissar Freddy Schenk bekannt; zuletzt war er aber auch in dem Fernsehdrama „Kehrtwende“ als prügelnder Familienvater zu sehen. Das gab schon einen gewissen Einblick in den Abwechslungsreichtum der darstellerischen Fähigkeiten des 52-jährigen gebürtigen Dortmunders.

Seine Kunst der Darstellung gebrochener oder fragwürdiger Charaktere hat Dietmar Bär während der seit drei Jahren währenden Intendanz von Anselm Weber bislang zweimal unter Beweis gestellt – in „Eisenstein“ und in Hauptmanns „Vor Sonnenaufgang“. Hier spielt Bär als Ingenieur Hoffmann, der in eine reiche, degenerierte Bauernfamilie eingeheiratet hat, den knallharten Karrieristen, der seine Ideale längst aufgegeben hat – und trotzdem, wenn auch wenig, Menschlichkeit und Freundschaft zeigen kann.

"Dietmar ist ein Teamplayer"

Hier wie dort spielt sich der berühmte Darsteller keineswegs in den Vordergrund. „Dietmar ist ein Teamplayer“, sagt Regisseur Anselm Weber; gerade auch für die Proben treffe das zu. Jetzt wartet mit der nächsten Weber-Premiere (Sternheims „Aus dem bürgerlichen Heldenleben“, 7. Juni) die nächste Herausforderung auf Dietmar Bär. Da wird er den „Theobald Maske“ spielen, einen von sich selbst überzeugten, großspurigen Familientyrannen, der dem geschäftlichen Erfolg alles unterordnet, auch das Wohlergehen seiner Familie.

Es sei zum Teil „gespenstisch“, sagt Anselm Weber, mit welcher Triebkraft sich Bär in diese Rolle werfe: „Er spielt dieses Monster von Mensch so richtig aus, und doch scheint Dietmars freundliche Persönlichkeit immer durch“, berichtet Weber aus den Proben.

Am Mittwoch (29.5.) stellt sich Dietmar Bär in der Reihe „Das ist...“ im Gespräch mit Chefdramaturg Thomas Laue dem Publikum vor. Beginn um 20 Uhr im Tanas.