Tana-Schanzara-Denkmal aufgestellt

Von WAZ-Leserin Heidi Bösel stammt der Vorschlag  für die auf einer Bank sitzende Bronze-Tana.
Von WAZ-Leserin Heidi Bösel stammt der Vorschlag für die auf einer Bank sitzende Bronze-Tana.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Bochum hat seine „Tana“ wieder! Um 16.02 Uhr wurde am 3. Juli 2012 der Schleier gelüftet, und sogleich gab’s Applaus vom zahlreich versammelten Publikum: Bei der Aufstellung der Bronzeplastik der Revier-Duse vor dem Schauspielhaus war nicht nur das Wetter top, sondern auch die Stimmung.

Bochum.. Bochum hat seine „Tana“ wieder! Um 16.02 Uhr wurde am 3. Juli 2012 der Schleier gelüftet, und sogleich gab’s Applaus vom zahlreich versammelten Publikum: Bei der Aufstellung der Bronzeplastik der Revier-Duse vor dem Schauspielhaus war nicht nur das Wetter top, sondern auch die Stimmung.

So gut wie jeder stieß mit einem Gläschen Sekt auf die Figur an. Intendant Anselm Weber hatte sich zur Feier des Tages nicht lumpen lassen und zwei (!) Flaschen Prickelndes spendiert. „Sie kennen ja die finanzielle Lage des Schauspielhauses“, scherzte er.

Bronze-Tana lädt zum Schwätzchen

1,50 m groß, mit einem Buch neben sich, der Baskenmütze auf dem Haupt und einer einladenden Geste: Das ist die Bronze-Tana, die nun jeden Besucher des Theaterplatzes einlädt, sich auf ein Schwätzchen zu ihr zu gesellen. Gestern hat das schon mal geklappt.

Über 100 Leute waren bei der Enthüllung zugegen, und das Urteil fiel einhellig aus: „Gelungen und angemessen!“ Der schwäbische Künstler Karl Ulrich Nuss, der nicht anwesend war, hat mit seiner Arbeit offenbar den Nerv der Tana-Freunde hier im Revier getroffen. Auch die Ratsvertreter, etwa SPD-Fraktionschef Dieter Fleskes und Friedhelm Lueg (SPD Ehrenfeld), und Kulturdezernet Michael Townsend zollten der Bronze-Tana Respekt. „Ein schönes Beispiel bürgerschaftlichen Engagements“, so Fleskes.

Umzug folgt in zwei Jahren

Tatsächlich wäre wohl ohne das Engagement (nicht nur) der Bochumer das Denkmal womöglich nicht entstanden. Ins Rollen kam alles, nachdem die WAZ Anfang 2011 über den Tana-Schanzara-Platz berichtet hatte, der mehr einer unaufgeräumten Hundewiese als einem ehrenvollen Andenken an die Duse glich. „Was soll diese Würdigung?“ fragte die Redaktion anlässlich ihrer Serie „Bochum 11 – Elf Themen, die die Stadt bewegen“ im März 2011.

Damals waren Vertreter des Schauspielhauses, der Politik, der Stadtverwaltung, aber auch viele Anwohner und Tana-Fans und –Weggefährten zum WAZ-Gespräch auf den Hans-Schalla-Platz gekommen. Danach stand fest: Es muss etwas geschehen! Noch vor Ort machte der Künstler Peter Beckmann einen Vorschlag, wie ein Denkmal aussehen könnte: eine Plexiglasstele mit Tanas Konterfei.

Was folgte, war ein Aufruf in der WAZ „Kreative Ideen für Tana gefragt“; bald trudelten zahlreiche Zuschriften und Vorschlägen für die Platz- und Denkmalgestaltung ein. Am Ende entschied sich die Jury für den Vorschlag von WAZ-Leserin Heidi Bösel: Sie wünschte sich eine Tana, die auf einem Bänksken unter dem Kirschbaum auf „ihrem“ Platz sitzt, und der man sich zugesellen kann.

Nachdem das vom Schauspielhaus eingerichtete Spendenkonto sich wacker füllte, wurde nach einem von Intendant Anselm Weber angeregten Entwurf der Theaterwerkstatt im Februar 2012 der Auftrag für den Bronzeguss an den Künstler Karl Ulrich Nuss aus Stümpelfbach/Schwäbische Alb vergeben. Rund 45.000 Euro hat die Fertigung der Plastik gekostet.

Die Bank, auf der „Tana“ sitzt, soll, wie die Skulptur selber, nach dem Umbau der Oskar-Hoffmann-Straße vom Theaterplatz auf den Tana-Schanzara-Platz vis-à-vis versetzt werden. Dort, unter dem „schönsten Kirschbaum Bochums“ (O-Ton Friedhelm Lueg) wird die Skulptur ihren endgültigen Platz finden. Um fortan allen im Ruhrgebiet ein ebenso ehrendes wie herzliches Andenken an die große Schauspielerin sein.

 
 

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