Sympathischer Musiker passt in keine Schublade

Die Bühne im Theater Rottstraße 5 ist mit drei zerknautschten Sesseln bestückt, auf denen es sich die bezaubernden Frauen der „Tengos“ bereits bequem gemacht haben. Eigentlich spielen sie zurzeit keine Konzerte, doch als Vorband für Rik van den Bosch machen sie eine Ausnahme, „eine Pause von der Pause“ wie sie es formulieren. Heute spielen sie einige bekannte Songs, aber auch zwei neue Stücke, die wie gewohnt mal zum Jazz, mal zum Blues und dann wieder zum Poprock tendieren. Im Vordergrund steht jedoch stets die atemberaubend soulige Stimme der Sängerin Linda Bockholt.

Die Musik des Niederländers Rik van den Bosch kommt dagegen aus einer ganz anderen Richtung. Seine Stücke sind durchzogen von Folk und Old School Blues und sowohl Gesang als auch Gitarrenspiel kommen sehr eigenwillig, ja fast schon schroff daher. Aber auch Rik lässt sich auf keine bestimmte Musikrichtung festlegen, sondern überrascht besonders innerhalb des zweiten Sets immer wieder, indem er etwa für einen Song plötzlich ins Spanische wechselt.

Damit hebt er sich auf interessante Art und Weise vom durchschnittlichen Singer-Songwriter ab, mit dem er höchstens eine einzige Sache teilt: seine Schüchternheit, die ihn auf der Bühne so sympathisch machte.

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