Theodor-Körner-Schüler erinnern an Volkstrauertag

Gemeinsam wollen sie die Bedeutung des Volkstrauertags hervor heben: (v.l.) Ulrich Wicking, Geschäftsführer des VDK-Kreisverbands Bochum, Schulleiter Bernhard Arens, Geschichtslehrerin Yvonne Plonka und TKS-Schüler Michel Hamm.
Gemeinsam wollen sie die Bedeutung des Volkstrauertags hervor heben: (v.l.) Ulrich Wicking, Geschäftsführer des VDK-Kreisverbands Bochum, Schulleiter Bernhard Arens, Geschichtslehrerin Yvonne Plonka und TKS-Schüler Michel Hamm.
Foto: Olaf Ziegler
Bei einer Matinee am Sonntag (13. November) will die Theodor-Körner-Schule Flüchtlingen damals und heute ein Forum geben. Spannende Lebenswege.

Dahlhausen.  Mit Weihnachten und Ostern können die meisten Schüler etwas anfangen. Aber was es eigentlich mit dem Volkstrauertag auf sich hat, da wird es für manche schon schwieriger. „Viele wissen gar nicht, dass es diesen Tag überhaupt gibt“, bedauert Bernhard Arens, Schulleiter der Theodor-Körner-Schule, und erinnert sich an seine Kindheit: „Zu meiner Zeit war klar: Da geht man mit den Eltern auf den Friedhof zum Gedenken an die Kriegstoten. Das war ein fest gesetzter Termin.“

Um die Bedeutung des Volkstrauertags stärker ins Bewusstsein zu rücken, arbeitet die TKS im Rahmen ihrer Bildungspartnerschaft seit Februar gemeinsam mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge an einem Projekt. Unter dem Titel „Flucht und Vertreibung in Vergangenheit und Zukunft“ wird es am Sonntag (13. November) in der Aula des Schulzentrums Südwest vorgestellt. Mit Prof. Bernd Faulenbach hat bereits ein renommierter Historiker der Ruhr-Uni seine Teilnahme zugesagt.

Zur Vorbereitung ihrer Matinee ist eine Gruppe von TKS-Schülern unter Leitung von Geschichtslehrerin Yvonne Plonka damit beschäftigt, sich dem weiten Feld „Flucht und Vertreibung“ auf differenzierte Weise zu nähern: sowohl historisch als auch vor aktuellem Hintergrund. Mit Zeitzeugen, die während des Zweiten Weltkrieges flüchten mussten, nahmen die Schüler ebenso Kontakt auf wie mit Flüchtlingen jüngeren Datums.

Wertvolle Begegnung mit Ehepaar Schmidt

Besonders wertvoll wurde für die Schüler bei ihrer Recherche ein Ehepaar aus Querenburg, das sich nach einem Aufruf in der WAZ bei ihnen meldete: „Die Schmidts sind beide über 80 Jahre alt und konnten uns viel Wissenswertes berichten“, sagt Schüler Michel Hamm. „Vor allem der Lebensweg des Herrn Schmidt hat uns tief beeindruckt.“ Schmidt wurde im Zuge der Kinderlandverschickung von Herne nach Schlesien gebracht und verbrachte anschließend viele Jahre damit, seinen Weg zurück nach Hause zu finden. Seine abenteuerliche Odyssee, die ihn durch die Sowjetunion und über den Balkan führte, haben die TKS-Schüler aufgezeichnet.

Auch die Schmidts wollen bei der Matinee dabei sein und von ihrem Weg erzählen. Über Bezirksbürgermeister Marc Gräf (SPD) nahmen die Schüler Kontakt zu Flüchtlingen auf, die unlängst aus Syrien und Serbien nach Bochum gekommen sind, und lasen sich zudem manche Hetz-Kommentare in den sozialen Medien wie Facebook und Twitter durch. „Was dort passiert, das stimmt schon nachdenklich“, meint Michel Hamm.

Geflohen, vertrieben, angekommen

Unter dem Titel „Geflohen, vertrieben, angekommen“ steuert der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zudem eine Wanderausstellung bei. „Man macht sich schon große Sorgen, wohin die Gesellschaft sich entwickelt und wie die Rechten plötzlich wieder hoffähig werden“, meint Ulrich Wicking nachdenklich. Der ehemalige Leiter des Schulverwaltungsamts fungiert seit drei Jahren als Geschäftsführer des VDK-Kreisverbands Bochum.

Matinee beginnt nach der Kranzniederlegung

Die Gedenkveranstaltung der Theodor-Körner-Schule beginnt am Sonntag (13. November) um 10.30 Uhr mit der traditionellen Kranzniederlegung auf dem Friedhof Im Berge. Anschließend ist ab ca. 11.30 Uhr die Matinee in der Aula des Schulzentrums Südwest (Keilstraße) geplant. Es gibt Musik, einen Vortrag und eine Diskussionsrunde. Eintritt frei.

 
 

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