Stiepeler Kräuter haben Zauberkräfte

Rund um die Stiepeler Dorfkirche bietet Ursula Stratmann (rechts) ihre „Kräutertour“ an: Rund 30 Botanik-Freunde lassen sich von der Expertin erklären, was für nützliche Dinge in der Natur zu finden sind.
Rund um die Stiepeler Dorfkirche bietet Ursula Stratmann (rechts) ihre „Kräutertour“ an: Rund 30 Botanik-Freunde lassen sich von der Expertin erklären, was für nützliche Dinge in der Natur zu finden sind.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Bei ihrer Tour durch die Natur erklärt Biologin Ursula Stratmann, was alles Nützliches am Wegesrand wächst. Viele Teilnehmer sind beeindruckt.

Stiepel.  Kaum zu glauben, was an der Stiepeler Dorfkirche alles wild wächst: In die große weite Welt der Kräuter führte Ursula Stratmann rund 30 Botanik-Freunde bei einer Führung durch Stiepel. Gemeinsam erkundeten sie die Umgebung nach schmackhaften Kräutern. Die Diplom-Biologin und Kräuterfachfrau bietet seit acht Jahren Touren in ganz NRW an.

„Die Kräuterwelt wandelt sich fast monatlich. Konnte man vor vier Wochen noch überall Bärlauch finden, ist dieser jetzt fast gänzlich verschwunden“, erklärte Ursula Stratmann dem interessierten Publikum.

Bereits neben der Stiepeler Dorfkirche an der Mauer des Friedhofs ließen sich Felsenbirnen und Schöllkraut finden. Jenes gegen Warzen helfende Heilkraut war im Mittelalter bei den Alchemisten sehr beliebt. Seinem gelben Milchsaft wurde nachgesagt, Blei in Gold umwandeln zu können.

Brot mit Lindenblättern

„In der Natur sind so viel mehr Dinge essbar als man gemeinhin glaubt“, erzählte ein Teilnehmer. „Das ist sehr interessant.“ Ein Beispiel dafür sind die Blätter der Linde, die ein wenig wie Blattsalat schmecken. „Früher war das ein sehr beliebtes Essen: Brot, etwas Butter und oben drauf Lindenblätter; gerade in Zeiten, in denen man weniger zu essen hatte“, erklärte Stratmann. Die Blätter hat dann natürlich jeder Teilnehmer probiert.

Auch vor Beginn der eigentlichen Tour konnten sich die Hobby-Botaniker diverse Kleinigkeiten schmecken lassen. So gab es Schnittchen mit Kräuterbutter, frittierte Kräuterchips und ein Kompott aus japanischem Staudenknöterich, dem sogenannten „Ruhrrhabarber“. Alles von Stratmann selbst hergestellt. So stimmte sie geschmackvoll auf die Tour ein.

Doch nicht alle Kräuter sind reine Genusskräuter. Viele von ihnen haben heilende Wirkung. Klettenlabkraut soll gegen Pickel helfen und sich als Deo einsetzen lassen. Löwenzahn regt Niere und Galle an, und Spitzwegerich hilft – als Tee aufgebrüht – bei Husten. Brennnesseln helfen sogar gegen Diabetes. Die Teilnehmer ließen sich dies mit Interesse erklären.

Vielleicht steht die kommende Tour schon ganz im Zeichen von Stratmanns neuem, mittlerweile fünftem Buch „Die Wildnis-Drogerie“, das noch auf seine Veröffentlichung wartet. Darin erläutert sie, mit welchen Pflanzen man sich die Haare waschen kann, und welches Kraut als natürlicher Wasserfilter einsetzbar ist. Einige der Teilnehmer warten schon darauf, endlich in dem neuen Buch schmökern zu können.

 
 

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