Stiepeler feiern ihr Schlachtfest

Selbstgemachte Panhas mit Bratkartoffeln war der Hit beim Schlachtfest: Jürgen Dickten (links) und Jörg Große Munkenbeck an den Pfannen.
Selbstgemachte Panhas mit Bratkartoffeln war der Hit beim Schlachtfest: Jürgen Dickten (links) und Jörg Große Munkenbeck an den Pfannen.
Foto: Michael Dahlke
Eine alte bäuerliche Tradition lebt wieder auf: Beim Verein für Heimatforschung geht’s erst um die Wurst, danach wird gefeiert. 300 Besucher dabei.

Stiepel.  Zwei Tage lang schlachten und Wurst machen und anschließend fröhlich miteinander ein „Schlachtfest“ feiern: So erweckt der Stiepeler Verein für Heimatforschung einen alten bäuerlichen Brauch zu neuem Leben. Rund 300 Besucher kamen zum Vereinsheim, dem ehemaligen Betriebsgebäude der Zeche Vereinigte Pfingstblume. Metzger Heinz-Otto Moog hatte das Schlachtfest im Jahr 2007 reaktiviert.

Auf der Brockhauser Straße ging zeitweilig nur wenig. „Ich habe gehört, dass an der Kosterbrücke noch Parkplätze frei sind“, feixte Wilhelm Hensing. Der ehemalige Vereinsvorsitzende brachte es auf den Punkt: eine Blechschlange entlang der Straße und Gedränge zwischen Vereinsheim und Zelten.

Der Andrang war vom Start weg riesig. „Wir starteten mit unserem Fest bereits um 11.30 Uhr. Alles war aufgebaut, und eine Traube von Leuten war schon da“, erklärte Dorothe Harms, die zweite Vorsitzende. Ihr Dank galt vor allem Metzger Moog sowie dem Bautrupp des Vereins. „Seit Donnerstag haben unsere Männer von morgens bis abends die Wurst hergestellt“, so Harms.

„Wir erhielten zwei geschlachtete Schweine von einer Traditionsmetzgerei“, erklärte Moog. „Mit unserer Mannschaft schnitten und kochten wir, um alles schnell, hygienisch und ohne Konservierungsstoffe zu verarbeiten“, so der 65-jährige Stiepeler, der seit 49 Jahren diesen Beruf ausübt.

Die Hitliste beim Fest führte „Panhas mit Bratkartoffeln“ an, die die Vereinsaktiven frisch zubereiteten. Zeitweise bildete sich eine Schlange an der Essensausgabe. Es folgten Schnittchen mit frisch hergestellter Wurst. Unter anderem mit Leber- und Blutwurst sowie Schwartemagen.

Die Gäste waren sehr zufrieden mit dem Essen und dem Fest. „Hm, lecker“, freute sich Ingrid Wefel-scheid. Mit Ehemann Heinrich war sie zum ersten Mal da. „Bei uns bleibt heute die Küche kalt“, stellte sie lachend fest.

Äpfel frisch von der Wiese

„Hier beim Fest an diesem idyllischen Ort treffe ich immer viele Leute aus unserem Stadtteil“, sagte Vereinsmitglied Gaby Klingelhöfer. Als Mitglied im Kuchenteam des Vereins war sie ausnahmsweise Gast. „Ich habe deshalb Zeit, zu reden“, freute sie sich, während sie an ihrem heiß gemachten Apfelsaft nippte. Diesen gab es als weitere örtliche Spezialität von Nachbarin Barbara Große Munkenbeck. „Die Äpfel für den Saft kommen von örtlichen Streuwiesen“, erklärte sie. Unter anderem Sorten wie Boskoop, Klarapfel und Schafsnase.

Gäste kamen von befreundeten Vereinen. So kam eine Abordnung des Knappenvereins Schlägel & Eisen, auch der Eppendorfer Heimatverein war dabei. Einig waren sich alle: „Ein schönes Fest!“

Schlachtfest ist Höhepunkt im Vereinsleben

Das Schlachtfest gehört seit dem Jahr 2007 zu den jährlichen Höhepunkten der Arbeit im Stiepeler Verein für Heimatforschung. Weitere Höhepunkte im Vereinsjahr sind das Osterfeuer im April und der „plattdeutsche Gottesdienst“ im Oktober. Das neue „Pfingstblümchen“ an der Brockhauser Straße 126 eröffnet dem Verein neue Möglichkeiten (wir berichteten). Derzeit findet der Innenausbau statt. Spenden an den Verein: Sparkasse Bochum, IBAN: DE38 4305 0001 0020 3057 77.

 
 

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