Petrikirche in Wiemelhausen hat auch Dachschaden

Wir kümmern uns: (von links) Wolfgang Sander, Albrecht Wegner, Pfarrer i.R. Horst Grabski und Wolf Klusmeier vom Bauförderverein setzen sich für den Erhalt der Petrikirche ein.
Wir kümmern uns: (von links) Wolfgang Sander, Albrecht Wegner, Pfarrer i.R. Horst Grabski und Wolf Klusmeier vom Bauförderverein setzen sich für den Erhalt der Petrikirche ein.
Foto: Wicho Herrmann
Gotteshaus der ev. Gemeinde in Wiemelhausen bleibt damit weiter geschlossen. Förderverein sucht Mitstreiter für Sanierung. Kosten: 1,8 Millionen Euro.

Wiemelhausen.  Über ein Jahrhundert ist die Petrikirche (Wiemelhauser Straße) der heutigen evangelischen Gemeinde Wiemelhausen eine Landmarke im Stadtteil. Das Mauerwerk und das Dach zeigen jedoch seit Jahren einen hohen Sanierungsbedarf an. Und neuere Untersuchungen des Daches haben Weiß- und Braunfäule, Holzschwamm und Haussporling im Gebälk zu Tage gebracht – alles tief eingedrungen. Keine gute Nachricht also von der jüngsten Gemeindeversammlung. Denn es jetzt natürlich nicht absehbar, wann die seit Januar dieses Jahres geschlossene Kirche wieder zur Verfügung steht

Der Bauförderverein Petrikirche e.V. und die Kirchengemeinde geben das neugotische Gotteshaus gleichwohl nicht kampflos auf. „Wir suchen Freunde und Partner, die uns helfen, die Kirche zu sanieren und voraussichtlich auch einer neuen Nutzung (z.B. Teilumnutzung als Kolumbarium, Anm. d. Red.) zuzuführen“, erklärt Wolfgang Sander, Vorsitzender des Baufördervereins. „Wichtig ist uns vor allem, dass die Kirche auch als Gottesdienststätte erhalten bleibt.“

Orgel ist sicher verpackt

Die 2000 neu eingebaute Orgel wurde nach dem Schreckensbefund unverzüglich staubfest eingepackt und wird regelmäßig belüftet, um Pilzbefall zu verhindern. Die Sanierung der Petrikirche dürfte nach heutigen Schätzungen rund 1,8 Millionen Euro kosten. Von Abriss der „roten Kirche“, wie es gerüchteweise heißt, könne aber nicht die Rede sein, versucht Wolfgang Sander zu beruhigen. „So weit ist es zum Glück noch nicht“, sagt der 66-Jährige.

Doch die Gemeindeversammlung hatte auch gute Nachrichten parat: Das Ernst-Moritz-Arndt-Haus ist als neue Kindertagesstätte mit U3 für 1,4 Millionen Euro zukunftsfähig saniert. Pfarrer Martin Röttger: „Mit Besonnenheit sollten wir hier die Zukunft der Gesamtgemeinde im Blick haben und wertschätzen, was heute rund um die drei Predigstätten für das Gesamte geschieht.“ Im Blick hatte er die Flüchtlingsarbeit, den Kulturraum Melanchthonkirche sowie die Konzertarbeit an der Petrikirche. Letztere sei trotz der Stilllegung nicht zum Erliegen gekommen. „Sie findet nun ökumenisch in der katholischen St. Johanneskirche Wiemelhausen statt“, so der Pfarrer, der viel Aufbruch in der Gemeinde sieht.

Das im Februar neu gewählte Presbyterium will in den nächsten drei Jahren ein zukunftsfähiges Gemeinde- und Gebäudekonzept erarbeiten, bevor irgendwelche Sanierungen vorgenommen werden. Die Firma Synergon aus Köln soll die Beratungen begleiten und Umnutzungskonzepte für alle Gebäude erarbeiten. „Wir nehmen sie auf Anraten der Landeskirche. Die Agentur kennt kirchliche Einrichtungen und deren Probleme“, erklärt Röttger.

Ein weitere Investition wird für die Melanchthonkirche nötig sein. Baukirchmeister Markus Uhrich: „Dort stehen auf Dauer eine neue Dacheindeckung sowie Sanierungen für etwa 500 000 Euro an.“ Viel Geld im Hinblick auf die kärgliche Haushaltslage der Gemeinde. Finanzkirchmeisterin Heike Rojek-Kröger. „14 105,90 Euro bleiben nach Abzug aller Kosten in diesem Jahr übrig.“ Damit könne man keine großen Sprünge machen. Wie wahr.

 
 

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