Neues Dach soll Denkmal retten

Das Mauerwerk des Malakowturms ist aus Naturstein und gilt damit als besonders erhaltungswürdig. Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Das Mauerwerk des Malakowturms ist aus Naturstein und gilt damit als besonders erhaltungswürdig. Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Knappenverein Schlägel & Eisen und der Stiepeler Verein für Heimatforschung suchen Sponsoren für die Erhaltung des Malakowturms des ehemaligen Steinkohlebergwerks „Brockhauser Tiefbau“. Das Bauwerk ist das einzige seiner Art im Ruhrgebiet, da der Turm aus Bruchstein gebaut wurde.

Stiepel.. Der Malakowturm des ehemaligen Bergwerkes Brockhauser Tiefbau am Rande des Weitmarer Holzes ist in Gefahr. Seit einigen Jahren ist das Mauerwerk des Baudenkmals von Planzenbewuchs befallen, was den offenen Turm mittelfristig zerstören kann. Die Bezirksvertretung Süd stimmte jetzt dem Plan zu, den Malakowturm wieder mit einem vor Feuchtigkeit schützenden Dach zu versehen. Die Untere Denkmalbehörde und das Westfälische Amt für Denkmalpflege wurden in die Entscheidung einbezogen.

Doch eines war schnell klar: Die Baumaßnahme kann nur durch Spenden realisiert werden. Die Kosten von insgesamt 61 000 Euro möchten jetzt der Knappenverein Schlägel & Eisen und der Stiepeler Verein für Heimatforschung aufbringen.

15 000 Euro sammelte der erste Vorsitzende des Knappenvereins, Manfred Bähr, bereits durch den Verkaufserlös der kürzlich erschienen Dokumentation „Bochumer Zechen“. Jetzt fehlen noch rund
46 000 Euro. Die Baunebenkosten, zum Beispiel für Architektenleistung und Baubegleitung, trägt die Stadt. „Wegen der angespannten finanziellen Situation sehen wir es als unsere Aufgabe an, uns für den Erhalt zu engagieren“, sagte Wilhelm Hensing, 1. Vorsitzender des Stiepeler Vereins für Heimatforschung. Schon im August wollen die beiden Vereine potenzielle Sponsoren anschreiben, um das Bewusstsein für den Erhalt des Baudenkmals zu schaffen. Sie hofften in der Sache vor allem auf das Engagement Bergbau naher Unternehmen in der Region, informierte Hensing. „Er ist der einzige Turm im Ruhrgebiet aus Bruchstein, aus Ruhrsandstein. Außerdem ist er eine Landmarke und ein Zeitzeichen des ausgehenden 19. Jahrhunderts“, erläuterte er weiter.

Noch bis 1912 diente der Schacht „Brockhauser Tiefbau“ unter dem Malakowturm als Wetterschacht für die Zeche Carl Friedrichs Erbstollen. Das heißt, er belüftete die Grube und leitete Gase nach draußen. In den 1920er Jahren wurde der Schacht verfüllt. Die letzte Instandsetzungsmaßnahme fand 1957 statt.

Denkmalamt will Zink

Sobald das Geld gesammelt ist, soll der Turm sein Dach erhalten. Das könnte in etwa ein bis zwei Jahren abgeschlossen sein, vermutete Hensing. Während die Vereine zuerst an ein Dach aus Dachpfannen für rund 25 000 Euro gedacht hatten, machte das Westfälische Amt für Denkmalpflege kostspieligere Vorgaben, für eben 61 000 Euro. „Das Amt für Denkmalpflege hat vorgeschrieben, dass der Turm ein Zinkdach bekommen soll“, berichtete Manfred Bähr vom Knappenverein Schlägel und Eisen.

Die Vereine sind dankbar für jede Spende, die hilft, den alten Turm zu bewahren. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet: Verwendungszweck: „Malakoffturm BT“,
Volksbank Bochum Witten, Kto. Nr.: 184 214 601, BLZ: 430 601 29. BIC: GENODEM1BOC, IBAN:DE17430601290184214601.

 
 

EURE FAVORITEN