Naturfreunde Linden-Dahlhausen lachen für den guten Zweck

Mit vollem Körpereinsatz bringt Putzfrau Waltraud „Walli“ Ehlert (Esther Münch) ihr Publikum im Naturfreunde-Treff
Mit vollem Körpereinsatz bringt Putzfrau Waltraud „Walli“ Ehlert (Esther Münch) ihr Publikum im Naturfreunde-Treff
Foto: Gero Helm
Esther Münch alias Putzfrau Walli gibt Vollgas und rockt den Treff der Naturfreunde Linden-Dahlhausen. Benefizveranstaltung für die Flüchtlingshilfe.

Linden/Dahlhausen..  So schnell war wohl noch keine Veranstaltung der Naturfreunde Linden-Dahlhausen ausverkauft. Kaum war die Idee geboren, eine Benefizveranstaltung zugunsten des Flüchtlingshilfe-Netzwerks Südwest auf die Beine zu stellen, da hieß es in dem Treff an der Dr.-C.-Otto-Straße mit seinen 60 Plätzen auch schon: „Ausgebucht“. „Schuld“ daran ist natürlich Stargast Esther Münch, die gestern Mittag extra für diesen guten Zweck in ihre Paraderolle als Putzfrau Waltraud „Walli“ Ehlert schlüpft und das Publikum gute zwei Stunden bespaßt.

Für Esther Münch avanciert der Auftritt zu einem echten Heimspiel, ist sie doch selbst in Dahlhausen zu Hause. Außerdem ist die Kabarettistin selbst in der Flüchtlingshilfe im Südwesten aktiv. „Ich betreue eine Flüchtlingsfamilie, die jetzt nach Dahlhausen gezogen ist“, erzählt sie. In Kürze übernimmt Münch zudem die Vormundschaft für zwei 16-jährige Afghanen. Mehrmals im Jahr verzichtet Esther Münch auf ihr Honorar und tritt bei Benefizveranstaltungen auf, so wie gestern im Naturfreunde-Treff, wo aufgrund der Enge echte Wohnzimmeratmosphäre herrscht. Münch liebt das: „Ich bin am liebsten ganz nah dran an den Leuten und mag es nicht, in ein dunkles Loch zu spielen.“

Flashmob im Altenheim

Näher dran als gestern geht es nicht. Dass sie immer „mit ganz viel Herzblut“ bei der Sache ist, wird Esther Münch mit viel Applaus, herzhaften Lachern und so mancher Träne honoriert. Mit vollem Körpereinsatz spricht sie als Walli über die Vorzüge der „Best Ätchas“, den Menschen im besten Alter zwischen 45 und 74, „die so leicht nichts aus dem Sulky holt“.

Das Alter bedeutet für Walli nicht Abbau, sondern Umbau. Sie sieht alles positiv. Schlaffe Haut gibt es bei ihr nicht, wohl aber „Entschleunigung der Epidermis“. Walli freut sich auf die Zukunft, „wenn wir im Altenheim einen Flashmob bilden, den Bräter aufdrehen und ,Smoke on the water’ über die Ruhrwiesen dröhnen lassen.“

Das Publikum ist begeistert. Bernhard Sperlich sitzt ganz vorne, erlebt Esther Münch hautnah und zum ersten Mal. „Wunderbar, einmalig, wie lustig und schlagfertig sie ist“, schwärmt er. Dass mit dieser Veranstaltung die Flüchtlinge unterstützt werden, findet Sperlich prima. „Ich war 1945 selbst Flüchtling, kam aus Schlesien. Mir hat man auch geholfen.“

Esther Münch und Jochen Hopmann, Vorsitzender der Naturfreunde, überreichen am Ende Bezirksbürgermeister Marc Gräf, bei dem die Fäden des Flüchtlingshilfe-Netzwerks zusammenlaufen, eine Spende über 1500 Euro – den Reinerlös dieser Veranstaltung. „Das Geld können wir gut gebrauchen“, freut sich Gräf und verweist auf die 12 000 Euro, die der Verein in den eineinhalb Jahren seines Bestehens allein für sprachbegleitenden Unterricht der Flüchtlinge ausgegeben hat.

Das Lachen für den guten Zweck hat gut getan. Doch die Lage bleibt ernst, die Arbeit des Netzwerks geht weiter. „Am kommenden Donnerstag um 19 Uhr gibt es in St. Franziskus ein Helfertreffen“, kündigt Marc Gräf an. „Um uns auch in Weitmar besser zu vernetzen und den Helferkreis zu vergrößern.“

 
 

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