Mangas sind einfach cool

Eifrig dabei sind (v.l.) Lea Osmann (10) und Lucy Osmann (11) beim Comiczeichenkurs für Kinder in der Bücherei Querenburg.
Eifrig dabei sind (v.l.) Lea Osmann (10) und Lucy Osmann (11) beim Comiczeichenkurs für Kinder in der Bücherei Querenburg.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
In der Bücherei Querenburg bevorzugen die Kinder beim Comic-Zeichenkursdie japanische Variante. Ingrid Schmechel: „Talent haben sie alle“

Querenburg. Kunst, das ist mal ganz klar, ist in der Schule ihr absolutes Lieblingsfach. Gezeichnet wird daheim aber „frei Schnauze“, wie die elf Jahre alte Lucy sagt. In der Bücherei in Querenburg hingegen gibt es ein festes Motto. „Comics zeichnen“, unter Anleitung von Ingrid Schmechel. Sie arbeitet als Grafik-Designerin und Illustratorin von Kinderbücher. „Auch für die Sendung mit der Maus habe ich bereits etwas gemacht“, sagt sie.

Portraits erstellen

Einst begann die zweifache Mutter damit, ihr Wissen an ihre Töchter weiterzugeben. Seit zehn Jahren allerdings gibt sie schon Kurse für Kinder. „Zum einen müssen die Jungen und Mädchen im Workshop ein Portrait erstellen, zum anderen ein eigenes Phantasie-Wesen erfinden.“

Kreativität ist gefragt, doch ganz gleich, ob Junge oder Mädchen: Alle Teilnehmer entscheiden sich beim Griff zur Vorlage für ein Manga-Bild. Das sind die japanischen Figuren mit den großen Kulleraugen und den zarten Näschen. Warum nicht mal ein gutes altes Walt- Disney-Motiv? „Weil Mangas einfach cool sind“, sagt Rebecca Hahn, elf Jahre alt, eine der Teilnehmerinnen des Kurses. Und Lucys jüngere Schwester Mia mag eh alles, was mit Asien zu tun hat.

Derzeit lernt die zehnjährige Japanisch; dafür, das betont das Sprachtalent, könne ihre Schwester aber besser zeichnen. Viele Kinder und Jugendliche entwickeln über Mangas Interesse an Land und Sprache, und nicht wenige wagen sich dann auch an Hiragana, Katakana und Kanji heran.

Talentiert sind sie zweifelsohne alle. „Und wer weniger Talent hat, muss einfach mehr arbeiten“, weiß die Kursleiterin. Zunächst malen sie mit Bleistift ein Portrait. Anschließend müssen sie am Leuchttisch das Vorgezeichnete auf Marker-Papier übertragen.

Mit leuchtenden Farben hauchen sie ihren Figuren Leben ein. „Ich finde es toll, dass wir hier einen Leuchttisch haben“, sagt Lucy. Daheim erledige sie das Abpauschen am Kinderzimmerfenster. Natürlich geht das fast genauso gut. Doch beim Workshop ist eben alles etwas professioneller.

Allerdings, das betont Ingrid Schmechel, komme es bei dem eintägigen Kurs weniger auf die Professionalität an. „Die Kinder sollen Spaß haben.“

Den Ort, die Bücherei, hat sie sich ebenfalls ganz gezielt als Wirkungsstätte ausgesucht. „Malen und Lesen, das passt einfach ganz hervorragend zusammen.“ Denn auch durch Manga-Comics könne sie Kinder für das Lesen begeistern.

Vor allem aber freut sich Ingrid Schmechel immer wieder, dass auch so viele Jungs den Weg in ihre Workshops finden. „Die sind ja sonst bei den musischen Disziplinen nicht immer so zahlreich vertreten.“

 
 

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