Malakowturm bekommt sein Dach schneller als gedacht

Seit ein paar Tagen komplett eingerüstet
Seit ein paar Tagen komplett eingerüstet
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Bergbau-Denkmal am Bliestollen in Stiepel ist bereits eingerüstet. Richtfest noch vor Ostern. Bis spätestens Mitte Mai soll alles fertig sein.

Stiepel..  Plötzlich geht alles viel schneller als gedacht. Geradezu überrascht zeigt sich der Knappenverein Schlägel & Eisen Stiepel/Dorf 1884, dass der Malakowturm, um dessen Erhalt man seit Jahren so bemüht ist, nun plötzlich schon eingerüstet ist und die Arbeiten für das Dach zügig voran schreiten. Noch vor Ostern soll Richtfest gefeiert werden. Komplett fertig sein soll das Dach dann spätestens Mitte Mai.

„Wir hatten nicht vor Herbst damit gerechnet“, sagt Rainer Dickhut, der Vorsitzende des Knappenverein, der sich mit der Fertigstellung der in Auftrag gegebenen Festschrift nun plötzlich im Verzug sieht. „Das werden wir bis Mai nicht schaffen“, weist Dickhut schon jetzt darauf hin, dass die offizielle Einweihung des Daches somit später stattfinden wird.

Schade, aber natürlich nicht weiter tragisch. Denn bei den Knappen überwiegt selbstverständlich die Freude darüber, dass der Mala­kowturm schon bald vor Feuchtigkeit geschützt sein wird. Diese setzte dem geschichtsträchtigen Gemäuer in den letzten Jahren derart zu, dass die Knappen gemeinsam mit dem Stiepeler Verein für Heimatforschung fleißig Spenden sammelten, um den Bau eines Daches zu ermöglichen. 60 000 Euro kamen so zusammen. Die Bezirksvertretung Süd steuerte noch einmal 15 000 dazu (wir berichteten), denn das vom Westfälischen Amt für Denkmalpflege geforderte Zinkdach ist deutlich teurer als das, was den Vereinen ursprünglich vorschwebte: eine Konstruktion aus Dachpfannen.

Ulrich Taruttis, Sachgebietsleiter Sanierung und Bauunterhaltung bei den Zentralen Diensten der Stadt, verspricht, dass man bei den Arbeiten im Kostenrahmen bleibt. Aktuell sei man mit den Vorarbeiten beschäftigt. „Das ist nichts Wildes, aber es dauert, weil man sehr präzise vorgehen muss und alles manuell geschieht“, sagt Taruttis. 40 Millimeter dicke Gewindestangen werden dabei im Abstand von einem Meter 80 Zentimeter tief in das Gestein einbetoniert. Darauf wird am Ende der Dachstuhl montiert.

Bauzeit für den Dachstuhl: zwei Tage; Lieferzeit fürs Holz: 15-20 Tage

Dieser soll noch vor Ostern fertig sein. „Das hat der Zimmermann versprochen“, sagt Ulrich Taruttis. Das Anfertigen der Holzkonstruktion sei dabei zeitlich das geringste Problem. „Das geschieht in zwei Tagen“, erklärt Taruttis. „Was dagegen dauert ist die Lieferung des Holzes vom Sägewerk. Lieferzeit 15 bis 20 Tage.“ Für abschließenden Arbeiten am Zinkdach werden vier bis sechs Wochen veranschlagt, inklusive Installation von Blitzschutz, Regenrinne und Abflussrohr. Das abgeleitete Wasser wird im Waldboden versickern.

 
 

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