Laufen, werfen, Spaß haben

Und ab dafür! Auf der Sportanlage In der Hei legen sportlich Aktive ihr Sportabzeichen ab.Foto:TGM
Und ab dafür! Auf der Sportanlage In der Hei legen sportlich Aktive ihr Sportabzeichen ab.Foto:TGM
Wer sich fit genug fühlt, kann beim LDKC sein Sportabzeichen ablegen. Dafür wird der Kanu-Club extra vom Deutschen Sportbund gefördert.

Dahlhausen.  Vom Sportabzeichen hat jeder schon gehört. Dass aber jeder auch ein Sportabzeichen machen kann, der nach Feierabend nicht nur mit dem Bierchen auf dem Sofa abhängt, kann man auf der Sportanlage In der Hei erleben.

Gut 15 Leute jeden Alters hüpfen dort locker und entspannt in die Höhe. Daneben stehen Leute mit Klemmbrettern, Stoppuhren und Maßbändern: Rolf-Dieter Sievering, Bettina Hetzler, Philipp Kanstein und Ralf Höfgen vom Linden-Dahlhauser Kanu-Club.

„Der LDKC ist einer von sieben Randsportvereinen in NRW, die der Deutsche Sportbund in diesem Jahr mit 1000 Euro bei der Abnahme des Abzeichens unterstützt“, sagt der Vorsitzende Ralf Höfgen. „Eigentlich machen wir dies schon 41 Jahre, so lange bin ich nämlich dabei“, ergänzt Rolf-Dieter Sievering. Zwischendurch gab es für ihn aber eine Pause von gut zwei Jahrzehnten, doch nun ist der „alte Hase“ wieder vertreten.

Jeder hat einen Probewurf

Doch nun muss er sich auf Zahlen konzentrieren, die man ihm zuruft. „7,67 Meter.“ Ist dies schon goldverdächtig beim Kugelstoßen? „Da ist mehr drin”, meint Sievering. „Aber jeder hat einen Probewurf.” Noch einmal erklärt Sportlehrer Philipp Kanstein jedem ruhig und anschaulich die Technik. „Wir sind extra vom Stadtsportbund geschult worden. Das war gut”, merkt Sievering an.

Weiter geht es Richtung Schleuderballstrecke. Da weiß man nie, wo der Ball landet. Ist ja auch klar, bei den vielen Drehungen kann man die Schlaufe schon einmal ein wenig früher loslassen und dem Ball eine ganz andere Flugbahn verleihen. Doch Annette Rüsing hat alles richtig gemacht. Die dicke Maßbandrolle war ganz abgerollt und musste sogar am Ende noch einmal wieder angelegt werden.

„Bekommt man davon kein Schleudertrauma?“, war die berechtigte Frage. „Ab zehn Drehungen bestimmt“, meint Rüsing lachend. Sie hatte diese Disziplin dem Kugelstoßen vorgezogen. Auch dies ist möglich, und wer nicht so gut beim Weitsprung ist, kommt seinem Sportabzeichen näher, wenn er dafür besser Seilchenspringen kann.

Bei den Juroren laufen die Stoppuhren

Eigentlich sind jetzt schon alle geschafft. Doch nun kommt noch der Kurz- und Langstreckenlauf. „Auf die Plätze, fertig, los!“ schallt es über die Laufbahn, während bei den Juroren die Stoppuhren laufen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht rettet sich Bettina Hetzler gerade noch über die Ziellinie. „Ein Wadenkrampf“, stöhnt die Lehrerin für BWL und Rechnungswesen. „Das kann schon einmal vorkommen”, sagt Sievering. „Wenn man nicht trainiert ist und aus dem Stand los sprintet, machen die Muskeln das nicht immer mit.“

Mit Schweißperlen im Gesicht geht es gleich ohne große Pause an den Start zum Langstreckenlauf. Kurze Gehphasen sind hier erlaubt, und wenn es gar nicht mehr geht, wird halt auf Fahrrad fahren oder Schwimmen ausgewichen. Jeder nach seiner Kondition.