Kritik an Container-Standort am Kuhlenkamp in Weitmar

Gernot Noelle
Rolf Schüth, Martin Pöttgen und Christian Walda (v.l.) sind gegen Container für Flüchtlinge auf dem alten Sportplatz am Kuhlenkamp (im Hintergrund).
Rolf Schüth, Martin Pöttgen und Christian Walda (v.l.) sind gegen Container für Flüchtlinge auf dem alten Sportplatz am Kuhlenkamp (im Hintergrund).
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Weitmarer halten den alten Sportplatz am Kuhlenkamp für ungeeignet, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Unterstützung gibt es von den Freien Bürgern.

Weitmar.  In Weitmar formiert sich Widerstand gegen das vom Rat bereits abgesegnete Containerdorf für Flüchtlinge auf dem alten Sportplatz am Kuhlenkamp. „Der völlig falsche Ort“, findet Anwohner Rolf Schüth. Er und seine Mitstreiter wollen mit ihrer Kritik morgen bei der Bürgersprechstunde von Bezirksbürgermeister Marc Gräf (SPD) vorstellig werden und ihren Standpunkt erläutern.

Auf vier Seiten haben die Bürger ihre Gründe niedergeschrieben. Dazu werden Unterschriften gesammelt, um ihrem Ansinnen mehr Nachdruck zu verleihen. Rolf Schüth & Co. geht es nicht darum, zu verhindern, dass Flüchtlinge in Weitmar untergebracht werden. Sie finden nur, dass der alte Sportplatz dafür aus ihrer Sicht ungeeignet sei. Vor allem, weil er gerade im Herbst und Winter regelmäßig unter Wasser steht. „Der Platz liegt im Tal, da sammelt sich das Wasser natürlich“, erklärt Rolf Schüth. Für ihn ist klar: „Diese Stelle ist völlig gedankenlos gewählt worden.“

Zumal Rolf Schüth zudem an den oberflächennahen Kohleabbau erinnert, der hier früher betrieben wurde. „Es gab hier den Flöz Wellington. Und unter dem Platz führt ein Stollen entlang.“ Um die Gefahr von Bergschäden auszuschließen, wollen Schüth und Mitstreiter unbedingt ein Gutachten einfordern. Schüth weiß noch genau: „Früher ist von der Stadt gesagt worden, dass hier nicht gebaut werden darf.“

Fehlende Infrastruktur

Auch die fehlende Infrastruktur – es gibt keinen Strom, keine richtige Zufahrt und keine Parkplätze – wird bemängelt. Ganz zu schweigen davon, dass ein Naherholungsgebiet zerstört wird. „Dieses könnten die Flüchtlinge doch viel besser selber nutzen, wenn sie denn anderswo untergebracht sind“, finden die Kritiker, die gleich auch ein paar Alternativ-Standorte parat haben. Etwa die große Fabrikhalle nebst Freifläche ein paar Meter die Straße runter, die leer steht. Oder die Gewerbeflächen an der Elsa-Brandström-Straße und der Rathenaustraße, das Springorum-Gelände, das Gelände der abgerissenen Brantrop-Schule, der Baumarkt an der Rombacher Hütte. Und noch einige mehr.

Unterstützung erfahren Rolf Schüth & Co. durch die Freien Bürger. Ratsmitglied Jens Lücking will herausgefunden haben, dass der Sportplatz als Ausweichfläche bei Starkregen qualifiziert ist und der unter dem Platz im Rohr verlaufende Marbach über Austrittsöffnungen genau in diesen Platz entlastet wird. Das bedeute, dass bei Starkregen der Platz bis zu 40 Zentimeter unter Wasser steht. „Hier können“, so Lücking, „nach unserer Meinung unmöglich Flüchtlinge untergebracht werden.“