Kindertheater auf Arabisch begeistert in der Hustadt

Mit bunten Kostümen, vollem Körpereinsatz – und auf Arabisch – erzählen die Puppenspieler die Geschichte eines Kükens, das eine dunkle Wolke für seine Mutter hält.
Mit bunten Kostümen, vollem Körpereinsatz – und auf Arabisch – erzählen die Puppenspieler die Geschichte eines Kükens, das eine dunkle Wolke für seine Mutter hält.
Foto: FUNKE Foto Services
„Es soll Küken regnen“ begeistert im Rahmen des Figurentheater-Festivals Fidena große und kleine Zuschauer in der Hustadt. Preisgekröntes Stück.

Querenburg.  „Genau für solche Situationen wurde das Stück gemacht“, sagt Regisseur Karim Dakroub und blickt zufrieden über den Brunnenplatz in der Hustadt. Auf dem tummeln sich rund 50 Kinder und deren Eltern, Menschen aus mehr als 45 Nationen, die unter strahlendem Sonnenschein aufs Puppenspiel warten. „Es soll Küken regnen“ heißt das Kinder-Stück des Libanesen Dakroub. Seit 20 Jahren begeistert er damit Kinder in der arabischen Welt, nun holte das Figurentheater-Festival Fidena das preisgekrönte Stück nach Bochum.

Es ist ein buntes und niedliches Stück, mit viel Musik: Es handelt von einem kleinen Küken, das – noch im Ei – aus dem Nest gefallen ist und ohne Eltern auf die Welt kommt. Eine traurige Wolke ist das erste, was das kleine Küken erblickt – und sie deshalb für ihre Mutter hält. Was folgt, ist die Reise eines kleinen Helden durch eine aufregende Welt voller ulkiger Gestalten – auf die Bühne gebracht von den Puppenspielern Ekaterina Demidova, Adon El Khoury und Fouad Yamine. In liebevoll gefertigten, kunterbunten Hühnerkostümen mimen sie die Eltern des Kükens oder andere schillernde Gestalten.

Das gesamte Stück ist auf Arabisch. Für die meisten Kinder aus der multikulturell geprägten Hu-stadt ist das kein Problem – und wenn eines doch kein Arabisch versteht, fragt es halt beim Sitznachbarn nach.

Regisseur schreibt Autogramme

Bevor die Fidena das Stück in der Hustadt zeigte, tourten sie damit durch verschiedene Flüchtlingsheime in Bochum und Hattingen. Regisseur Karim Dakroub stammt aus dem Libanon. Dem Land, das gemessen an der Bevölkerungszahl die meisten Flüchtlinge weltweit aufnimmt. Er hat die Aufführungen in den Unterkünften in schöner Erinnerung: „Für die Leute war das ein Stück Heimat“, sagt er. Besonders für syrische Geflüchtete waren die Auftritte eine ziemliche Überraschung: Puppenspieler Fuoad Yamine ist im Libanon und dem benachbarten Syrien durch eine eigene Fernsehshow bekannt – und musste so nach den Aufführungen erst einmal Autogramme geben und sich fotografieren lassen.

Nach einer Stunde knallbuntem Puppenspiel bei bestem Wetter hat das kleine Küken endlich seine Eltern wieder gefunden. Zum Abschluss singen Künstler und Kinder noch ein arabisches Lied. Was bleibt, sind strahlende Kinderaugen. Die kleine Lina ist mit der Theatergruppe des Islamischen Kulturvereins Bochum hier ganz begeistert von dem Stück. „Ich fand’s toll, besonders, dass so viel gesungen wurde“, freut sie sich. Ob sie alles verstanden habe? „Ja, klar“, sagt sie und beginnt, immer noch ganz aufgeregt, die Abenteuer des kleinen Kükens nachzuerzählen.

 
 

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