Kinder erleben Abenteuer im Weitmarer Holz

Ist das lecker? Umweltpädagogin Rita Brandenburg mit ihrem „Trapperkurs“ im Weitmarer Holz.
Ist das lecker? Umweltpädagogin Rita Brandenburg mit ihrem „Trapperkurs“ im Weitmarer Holz.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Umweltpädagogin Rita Brandenburg zeigt, wie man in der Natur etwas Essbares findet. Und wie man notfalls in der Wildnis überleben kann.

Weitmar..  Der Grundstock steht – im wahrsten Sinne des Wortes: ein gabelförmiger Ast, festgemacht an einem Baum, und rundherum ein Gewusel an eifrig planenden Nachwuchs-Abenteurern. „Schaut, was ich habe!“, ruft der 14-jährige Tjorven und deutet auf den gut drei Meter langen Ast, den er hinter sich herzieht – der nächste Baustein für die Bude im Weitmarer Holz.

„Das Budenbauen kommt immer am besten an“, weiß Rita Brandenburg. Die Umweltpädagogin der Stadt bietet seit rund 20 Jahren sogenannte Trapperkurse für Kinder an – darin zeigt sie den Schülern, wie man in der Wildnis überlebt.

„Im Wald gibt’s keine Pommesbude“, erklärt Brandenburg den Kindern, die sich neugierig um sie scharen. Deshalb sollen die rund 20 Schüler ihr Essen selber suchen – und zwar aus dem was der Wald so hergibt: Wilderdbeeren, Gerste, Brombeeren und sogar einen Tannenzapfen suchten die Kleinen zusammen. Vom Verzehr des Letzteren riet die Wildnis-Expertin dann doch eher ab.

Dafür hatte sie aber einen anderen guten Tipp, geknüpft an eine kleine Mutprobe: „Wer von Euch traut sich, eine Brennnessel zu essen?“, fragte Brandenburg in die Runde und schaut in entgeisterte Kindergesichter. Aber kaum hatte der erste Mut gefasst, wollten die anderen auch ins Grün beißen. Der Trick: Die Blätter vorsichtig abreißen, damit die Härchen der Nessel nicht brechen und ihr Gift verspritzen. So ergeben sich Möglichkeiten zur Verpflegung, von Brennnessel-Tee bis zum Brennnessel-Spinat. Das Wichtigste: „Esst nur, was Ihr kennt. Und: vorher waschen“, mahnt die Umweltpädagogin.

Tjorven zieht es in die Wildnis

Tjorven lauscht aufmerksam – sein Traum: „Irgendwann will ich mal probieren, ein paar Tage in der Wildnis zu überleben“, sagt der 14-jährige. Tipps wie das Ablesen der Himmelsrichtung an der Armbanduhr oder das Zeichnen von Wegmarkierungen sind für solche Pläne natürlich Gold wert.

Auch bei Eltern kommt das Angebot gut an: „Die meisten aus meiner Gruppe sind Stadtkinder, für die ist das was Neues“, sagt Beatrix Chytry. Sie begleitet eine Gruppe Kinder von der intensivpädagogischen Familienhilfe St. Vinzenz.

Anders als nur Stress und Hektik im Freizeitpark

„Das ist mal was anderes als immer nur Stress und Hektik im Freizeitpark“, findet auch Ulrike Siegmund, die ihren Sohn Marlon begleitet.

Ein bisschen Spektakel erhofften sich die Kleinen aber doch: „Ich will einen Bären sehen!“, freut sich Jan-Luca. Joel würde sich schon mit einem Reh zufrieden geben. Nun, so wild ist das Weitmarer Holz dann auch wieder nicht. Gestört hat das niemanden. Spätestens als die Kleinen im Projekt Budenbauen total aufgehen, haben sie auch ohne tierische Abenteuer ihre Liebe zur Natur entdeckt.

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