Kinder bauen Bühne mit Bildhauerin

Die Künstlerin Dorothee Schäfer (Mitte) lötete zusammen Ekaterina Haak (links) und Savya Kugeln aus Draht zusammen. Sie schuf im Rahmen des Kulturrucksack-Projektes  Skulpturen, sogar eine Bühne, mit den Kindern
Die Künstlerin Dorothee Schäfer (Mitte) lötete zusammen Ekaterina Haak (links) und Savya Kugeln aus Draht zusammen. Sie schuf im Rahmen des Kulturrucksack-Projektes Skulpturen, sogar eine Bühne, mit den Kindern
Foto: Dietmar Wäsche
Kulturrucksack-Projekt in der Hustadt. Der Nachwuchs werkelt mit der Bildhauerin Dorothee Schäfer mit Holz, Latten und Draht.

Querenburg..  Auf dem Brunnenplatz in der Hustadt steht ein halbes Iglu aus Holzlatten. Darin sitzt ein Trommler, und die Kinder um ihn herum singen begeistert: „Drei Chinesen mit dem Kontrabass…“ – „Das war alles nicht so geplant“, lacht Dorothee Schäfer, „aber die Ergebnisse freuen uns alle.“ Die Bildhauerin leitete in der ersten Herbstferienwoche zusammen mit Ekaterina Haak ein Kulturrucksack-Projekt für Kinder und Jugendliche.

Ursprünglich geplant war, aus vorgefundenem Material Kugeln zu formen. So, wie der Skarabäus-Käfer („Pillendreher“) aus Dung Kugeln formt und sie vor sich her rollt. Daran angelehnt hieß das interkulturelle Projekt am Brunnenplatz: „Skarabäus – weltbewegende Pillendreher“.

„Aus einem alten Bettgestell haben wir angefangen, eine Kugel zu formen“, erzählt Dorothee Schäfer. „Dabei sind wir den Biegungen der Latten gefolgt.“ Bald stellte sich heraus, dass die Kugel einen Durchmesser von vier Metern bekommen würde. „Das hätten wir nicht stabilisieren können“, sagt Matthias Köllmann vom Bürgertreff Hukultur am Brunnenplatz, wo das Projekt angesiedelt war.

Entstanden ist ein Halbrund, das an ein Iglu erinnert. „Es ist eine Bühne“, ruft Schäfer beim Blick auf die Musiker darin. „Jedenfalls haben wir alles so konstruiert, dass man es für verschiedene Anlässe auf- und abbauen kann“, so Köllmann. „Das nennt sich Upcycling. Wir denken nachhaltig.“

Nachhaltig sind auch die Netzwerke zwischen den beiden ehemaligen Stadtumbaugebieten Hu-stadt und Bochumer Westend: „Wir können viel voneinander lernen, das stelle ich immer wieder fest“, sagt Köllmann. Darum engagierte er für das aktuelle Kulturrucksack-Projekt bewusst die Künstlerin aus Stahlhausen. „Unsere Kräfte und Kompetenzen bündeln wir gerne mit anderen.“

Spontan wurden auch beim Abschlussfest die Kräfte vor Ort gebündelt: Der Trommler im Iglu ist der professionelle Musiker Lutz Griebel, der zeitgleich bei der Ifak am Brunnenplatz das interkulturelle Musik- und Begegnungsprojekt IMU mit Armin Alic durchführte. „Sie haben uns eine Bühne gebaut, das ist toll“, sagt Griebel.

„Der Riesenvorteil an diesem Ort ist, dass sofort aus allen Ecken Kinder auftauchen und mitmachen, wenn man hier werkelt“, freut sich Schäfer über die rege Beteiligung. Mitgebracht hatte sie Holz, Kupferdraht und Holzlatten.

„Ich habe gebohrt, geschraubt und gemessen“, erzählt Sahin (15). „Mir hat das alles gut gefallen.“ Von Savya stammt die filigrane Saturn-Kugel, die mit anderen gelöteten Kugeln im Iglu baumelt. In der Schule mag sie Mathe am liebsten. Amo (13) brachte bereits praktische Erfahrungen mit: „Ich habe viel mitgeholfen und konnte den anderen manchmal zeigen, wie etwas geht. In der Schule hatte ich nämlich mal eine Eins in Technik.“

Förderung geht bis 2018 weiter

Gefördert wurden beide Projekte vom Landesprogramm Kulturrucksack NRW, das bis 2018 fortgesetzt wird.
Das interkulturelle Musik- und Begegnungsprojekt IMU für Kinder von 10-14 Jahren findet vom 17. bis 20. Oktober von 12 bis
16 Uhr und ab dem 26. Oktober mittwochs von 16 bis 18 Uhr im Kinder- und Jugendtreff Kitt‘5ive im Ortsteil Stahlhausen statt. Halbachstraße 5, Telefon 0234/9117183. Die Teilnahme ist kostenlos.

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