Hinter Gittern die Völker versöhnt

Über 200 Besucher kamen zur Eröffnung der neuen Gedenkstätte. Pastor Theo Schwens (re.) gehört zu den Initiatoren der neuen Dauerausstellung.
Über 200 Besucher kamen zur Eröffnung der neuen Gedenkstätte. Pastor Theo Schwens (re.) gehört zu den Initiatoren der neuen Dauerausstellung.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Gedenkstätte für Abbé Franz Stock in Heimkehrer-Dankeskirche geweiht. Geistlicher gilt als ein Wegbereiter der Deutsch-Französischen Freundschaft.

Weitmar..  Am 21. Februar 1916 begann die „Hölle von Verdun“, die bekannteste Schlacht des Ersten Weltkriegs. Das Blutbad sollte 300 Tage dauern. Auf beiden Seiten starben 300 000 Soldaten, 400 000 wurden verwundet. Genau 100 Jahre später setzt die Heimkehrer-Dankeskirche der Deutsch-Französischen Freundschaft ein Denkmal: Eine Gedenkstätte zu Ehren des Abbé Franz Stock, der als ein Wegbereiter der Aussöhnung unter den Völkern gilt.

Die Weihe der neuen Gedenkstätte, die sich direkt neben der Eingangstür zum Gotteshaus an der Karl-Friedrich-Straße befindet, fand am Sonntag im Rahmen der heiligen Messe statt.

Dazu hatte die Gemeinde auch Domkapitular Prof. Dr. Rüdiger Althaus aus Paderborn eingeladen, der erzbischöflicher Delegat im Seligsprechungsverfahren für Franz Stock ist. „Es geht nicht um einen Personenkult. Das, was sein Leben bewirkt hat, ist uns jedoch Richtschnur und Auftrag“, sagte Althaus bei der Eröffnung.

Geboren 1904 in Neheim (Westfalen), wurde Stock am 12. März 1932 zum Priester geweiht. Zwei Jahre später nahm er den Posten des Rektors der deutschen Gemeinde in Paris ein. 1940 wurde er Seelsorger in Pariser Gefängnissen, wo er Widerstandskämpfern und Geiseln zur Seite stand. Auch begleitete er zum Tode verurteilte Menschen auf ihrem Weg, viele französische Häftlinge soll er gar davor bewahrt haben. In Kriegsgefangenschaft leitete er ab 1945 ein Priesterseminar, bis er schließlich 1948 in Paris starb.

Frieden als Auftrag

„Frieden als Auftrag“ lautete der Titel einer Wanderausstellung über ihn, die im vergangenen Jahr in Weitmar-Mark zu sehen war. Theo Schwens (Pastor im besonderen Dienst) und Christian Herker (Gemeinderat) wollten nun aus der zeitlich begrenzten Einrichtung eine dauerhafte Erinnerung an Stock schaffen. „Das Leben und Wirken des Abbé Stock steht sinnbildlich für die Gesamtkonzeption unserer Kirche als Mahnmal für Frieden und Versöhnung“, betonte Herker. Zudem sei einer der ersten Unterstützer der Heimkehrer-Dankeskirche, Pfarrer Christoph Allroggen, Studienfreund und Nachlassverwalter von Stock gewesen.

Anlaufstelle bei Kirchenführungen

Mit der inhaltlichen Unterstützung des Stock-Komitees konnte die Bochumer Gemeinde die kleine Dauerausstellung auf den Weg bringen. Die neue Beleuchtung finanzierte der Förderverein, Spenden machten die Umsetzung von Kunstdrucken und Roll-ups (Rollbildern) möglich. Als bleibender Teil in der Kirche wird die Gedenkstätte außerdem eine Anlaufstelle bei den regelmäßigen Kirchenführungen sein.

Gemeinsames Essen nach der Fastenpredigt

Das Hochamt wurde musikalisch gestaltet vom Kirchenchor Heilige Familie Weitmar unter der Leitung von Reiner Krosser. Nach der Fastenpredigt von Rüdiger Althaus waren alle Gläubigen zum Fastenessen und zur Begegnung ins Gemeindeheim eingeladen. Der KAB-Männerkochclub tischte Grünkohl auf.

 
 

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