Gelebte Frauenhilfe in Dahlhausen seit 100 Jahren

Sieglinde Webert (li.), Annekäte Schlitte und Brigitte Rustemeyer bilden das Vorstandsteam.
Sieglinde Webert (li.), Annekäte Schlitte und Brigitte Rustemeyer bilden das Vorstandsteam.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Gruppe der ev. Kirche Dahlhausen wurde 1915 gegründet. Seitdem hat sich viel verändert, doch der soziale Anspruch steht nach wie vor an erster Stelle.

Dahlhausen..  Vor 100 Jahren wurde die evangelische Frauenhilfe Dahlhausen gegründet – mit einem diakonischen Schwerpunkt. „Genäht, gemacht, getan: Die Nächstenliebe stand im Vordergrund“, blickt Annekäte Schlitte aus dem heutigen Vorstandsteam zurück auf die Anfangszeit.

„Zweck des Vereins ist, Arme und Notleidende zu unterstützen und mit Rat und Tat beizustehen; im jetzigen Weltkriege aber, soweit unsere Mittel reichen, zu den Bedürfnissen unserer wackeren Krieger, die für uns Gut und Leben einsetzen, beizutragen, durch Anfertigen von Wollsachen und Hemden und durch Zusenden allerlei Liebesgaben und guter Schriften.“ So verdeutlichen handschriftliche Überlieferungen aus den ersten Jahren in Dahlhausen aber auch den Zeitgeist, der damals herrschte.

„Zweieinhalb Dutzend Hemden, 40 Paar Socken, 18 Paar Konfirmandenstrümpfe, neun Knabenhemden, acht Mädchenhemden, vier Unterröcke für Konfirmanden, 30 Unterröcke für Frauen und Kinder, sechs Unterhosen für Frauen, sechs Frauenhemden“, weist die Liste der angefertigten Textilien in dieser Hinsicht für 1917 aus.

Seit 1950 in zwei Gruppen aufgeteilt – Dahlhausen und Oberdahlhausen

Nachdem Linden-Dahlhausen nach Bochum eingemeindet worden ist, schloss sich auch die Frauenhilfe 1930 dem Bezirksverband an. Die Chronik macht nun einen Sprung: Erst aus dem Jahr 1947 liegt wieder ein Bericht vor, wonach der Gruppe 250 Frauen angehörten. 1950 folgte die Aufspaltung in Dahlhausen und Oberdahlhausen, am Kapellenweg und im Matthias-Claudius-Haus fanden fortan die jeweiligen Treffen statt.

Seitdem habe sich viel verändert, wie Annekäte Schlitte schildert: „Im Moment befinden sich alle Frauenhilfen in einem Schrumpfungsprozess. Die Rolle der Frau hat sich stark verändert, sie sind häufig berufstätig, Nachmittagsveranstaltungen kommen nicht mehr in Frage. Die Gruppe besteht vorwiegend aus Seniorinnen.“

Doch könne die Dahlhauser Damenrunde mit dem Status quo durchaus leben: Kamen vor fast 70 Jahren lediglich ein Viertel der gelisteten Frauen zu den Treffen, seien es heute 25 von 38; eine gute Quote. Vorträge, Gedankenaustausch, Erwachsenenbildung, Gebete und das Erleben von Gemeinschaft gehören zum Programm.

Zudem betont das Vorstandsteam um Annekäte Schlitte, Brigitte Rustemeyer und Sieglinde Webert, wie wichtig das Wort „Hilfe“ im Namen noch ist. Dabei habe sich lediglich der gute Zweck den aktuellen Bedürfnissen angepasst, der Landesverband unterstützt verschiedene Einrichtungen und Angebote für Frauen in Not.

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